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Die Stichwahlen in Niederbayern - Wo wird erneut gewählt? | BR24

© BR/Uli Scherr

Die Stichwahlen in Ostbayern

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Die Stichwahlen in Niederbayern - Wo wird erneut gewählt?

Für die Stichwahlen am kommenden Sonntag wurde aufgrund der Corona-Situation komplett auf Briefwahl umgestellt. In einigen größeren Städten - wie Landshut - und vielen kleinen Kommunen ist noch nicht klar, wer (Ober-) Bürgermeister werden wird.

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An 36 Orten in Niederbayern entscheidet sich erst am kommenden Sonntag in den Stichwahlen, welcher Kandidat ins Rathaus einzieht. Gewählt wird ein Oberbürgermeister für Landshut sowie ein Bürgermeister für die Städte Vilsbiburg, Dingolfing, Landau an der Isar, Osterhofen, Grafenau, Kelheim, Mainburg Riedenburg, Hauzenberg, Regen, Viechtach, Eggenfelden und Bogen.

An 36 niederbayerischen Orten kommt es zur Stichwahl

Auch in den Gemeinden Aholming und Lalling (Lkr. Deggendorf), Mamming, Mengkofen und Wallersdorf (Lkr. Dingolfing-Landau), Röhrnbach und St. Oswald-Riedlhütte (Lkr. Freyung-Grafenau), Wildenberg (Lkr. Kelheim), Altdorf, Altfraunhofen, Bruckberg, Buch am Erlbach und Weihmichl (Lkr. Landshut), Bad Füssing und Neukirchen vorm Wald (Lkr. Passau), Kollnburg, Patersdorf und Zachenberg (Lkr. Regen), Hebertsfelden und Wittibreut (Lkr. Rottal-Inn), sowie Aholfing und Mallersdorf-Pfaffenberg (Lkr. Straubing-Bogen) wird ein neuer Rathauschef gewählt.

Stichwahl: Alle Informationen und Ergebnisse finden Sie hier.

Bekommt Landshut eine grüne Oberbürgermeisterin?

Besonders spannend wird die Wahl in Landshut: Hier stehen sich bei der Stichwahl zum Oberbürgermeister Alexander Putz von der FDP und Sigi Hagl von den Grünen gegenüber. Amtsinhaber Putz erzielte im ersten Wahldurchgang 45,5 Prozent der Stimmen, Sigrid Hagl holte 22,6 Prozent: Putz wird als Favorit gehandelt. Aber auch Sigi Hagl konnte ein respektables Ergebnis einfahren. Und im Landshuter Stadtrat stellen Sigi Hagls Grünen-Parteifreunde immerhin nun die stärkste Fraktion.

Wie hat Bayern gewählt?: Die Übersicht über die Ergebnisse der einzelnen Gemeinden finden Sie hier.

Alexander Putz (FDP) gegen Sigi Hagl (Grüne)

Alexander Putz ist seit gut drei Jahren Oberbürgermeister der niederbayerischen Bezirkshauptstadt. Der gebürtige Österreicher ist Bauingenieur, wohnt seit 1982 im Raum Landshut und ist mittlerweile deutscher Staatsangehöriger.

Seine Herausforderin Sigi Hagl ist studierte Politikwissenschaftlerin und seit vielen Jahren aktive Vollblutpolitikerin. Die Grüne ist seit 2008 Stadträtin in ihrer Heimatstadt Landshut. Sie war viele Jahre auch Landtagsabgeordnete und von 2013 bis 2019 Landeschefin der Grünen in Bayern.

Hohe Zuzugsquote in Landshut

Sigi Hagl bemängelt die schleppende Sanierung des Landshuter Stadttheaters und der Bernlochner Säle. Landshuts Problem sei das Einwohnerwachstum ohne die dazugehörige Infrastruktur: Hagls Themen sind bezahlbares Wohnen, eine Verkehrswende, der Ausbau der Fahrradstraßen, Klimaschutz und mehr Grünflächen.

Bayerns einziger FDP-Oberbürgermeister Alexander Putz sieht seine wichtigste Aufgabe in der Infrastruktur: Nach München sei Landshut die Stadt mit der größten Zuzugsquote. Deshalb fordert er enorme Investitionen in die Infrastruktur. Seine politischen Gegner werfen ihm vor, er würde Landshut mehr verwalten als verändern. Das liege daran, dass er mit seiner FDP keine Mehrheit im Stadtrat hat. Die Liberalen kommen im Rat gerade mal auf drei Sitze. Zweitstärkste Kraft ist die CSU.

Keine Positionierung der anderen Parteien

Weder CSU noch SPD haben sich in der OB-Frage explizit positioniert und für einen der beiden Kandidaten ausgesprochen.

Sigi Hagl hofft aber darauf, dass die Grünen doch genügend Stimmen für sie mobilisieren können. Hat sich doch in Landshut schon immer viel grüner Protest geregt - unter anderem gegen das nahe Kernkraftwerk Ohu.

© Hagl/privat

Herausforderin Sigi Hagl von den Grünen.

© pa/dpa/Armin Weigel

Oberbürgermeister Alexander Putz von der FDP.

Amtsinhaber hören auf

Interessant wird es in Dingolfing: Hier hört Amtsinhaber Josef Pellkofer (UWG), erster Bürgermeister seit 2002, auf. In die Stichwahl gehen Armin Grassinger von den Freien Wählern (37,6 Prozent) und Christine Trapp von der SPD (21,3 Prozent). Sie ist die Tochter des langjährigen Landrats Heinrich Trapp (SPD, seit 1991), der nicht zur Wiederwahl stand und im Landkreis Dingolfing-Landau von Werner Bumeder (CSU) abgelöst wird.

Ähnlich ist es in der Stadt Bogen: Bürgermeister Franz Schedlbauer (CSU, seit 2002) hat sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Sein Nachfolger wird entweder Andrea Probst (CSU, 39,4 Prozent) oder Ralf Kietzke (FDP/FWG, 32,94 Prozent).

Auch Mainburg bekommt ein neues Stadtoberhaupt, denn Amtsinhaber Josef Reiser (SLU) tritt nach zwei Wahlperioden nicht mehr an. Hannelore Langwieser von der CSU (38,56 Prozent) steht Helmut Fichtner von den Freien Wählern (32,93 Prozent) gegenüber.

Vilsbiburg im Landkreis Landshut wird auch einen neuen Bürgermeister bekommen: Hier entscheidet sich die Wahl zwischen Sibylle Entwistle von der SPD (33,3 Prozent) und Sebastian Haider von den Freien Wählern (26,7 Prozent). Sebastian Haider ist Sohn des bisherigen ersten Bürgermeisters Helmut Haider (FW), der nach seiner vierten Amtsperiode aufhört.

Und auch im Rathaus Regen wird es eine Veränderung geben: Ilse Oswald, Bürgermeisterin seit 2008, kandidierte nicht mehr. Ihr Nachfolger wird entweder Andreas Kroner von der SPD (29,7 Prozent) oder Robert Sommer von der FPU (24,54 Prozent).

Rathauschefs bangen um Wiederwahl

In den anderen Städten, Märkten und Gemeinden treten die jeweiligen Amtsinhaber erneut an.

In Viechtach im Bayerischen Wald kandidiert ein ehemaliger Bürgermeister gegen seinen Nachfolger: Georg Bruckner von der SPD (23,51 Prozent) war 18 Jahre lang Bürgermeister und will zurück ins Rathaus. Er wurde 2014 von Franz Wittmann (CSU, 41,14 Prozent) im Amt abgelöst und tritt nun erneut an.

In Osterhofen muss Bürgermeisterin Liane Sedlmeier (FW, 43,06 Prozent) bangen, dass sie nach einer Amtsperiode von ihrem zweiten Bürgermeister Thomas Etschmann (SPD, 32,61 Prozent) abgelöst wird.

Ein ähnliches Bild gibt es in Landau an der Isar: Amtsinhaber Helmut Steininger (CSU, 37,5 Prozent), seit 2014 Bürgermeister, tritt gegen Matthias Kohlmayer (27 Prozent) vom Bündnis "Landau gefällt mir" an: Das Bündnis vornehmlich junger Kandidaten hatte sich 2013 gebildet und bei der Wahl 2020 an Stimmen zulegen können.

Entscheiden die Windräder in Hauzenberg?

Zu einer spannenden Stichwahl kommt es auch in der Stadt Hauzenberg im Landkreis Passau: Hier treffen die amtierende parteilose Bürgermeisterin Gudrun Donaubauer und CSU-Mann Peter Auer aufeinander. Donaubauer hatte im ersten Wahlgang 42,22 Prozent, Auer kam auf 40,12 Prozent. Das Thema Windkraft spielt bei der Abstimmung eine große Rolle.

Eine Initiative aus Windkraftgegnern, die mit einer eigenen Liste ("Pro Hauzenberg") kandidiert und deren Kandidat im ersten Wahlgang knapp 11 Prozent erreicht hatte, gab eine Empfehlung für CSU-Kandidat Auer. Bürgermeisterin Donaubauer vertritt in der Windkraft-Debatte eine eher neutrale Position. Sie bekam deswegen auch Drohbriefe und -pakete mit toten Ratten und Gift. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. Die Wahlbeteiligung wird nach BR-Informationen sehr hoch sein.

Stichwahlen im Landkreis Passau und Freyung-Grafenau

Im Landkreis Passau kommt es außerdem im Kurort Bad Füssing (Tobias Kurz/Bürgerliche Einigkeit Würding gegen Günter Köck/CSU) und Neukirchen vorm Wald (Hans Steinhofer/ÜW gegen Erwin Braumandl/CSU) zu einer Stichwahl.

Im Landkreis Freyung-Grafenau müssen die Wähler in der Stadt Grafenau (Alexander Mayer/UWG gegen Amtsinhaber Max Niedermeier/CSU), Röhrnbach (Leo Meier/JBL gegen Christian Aumüller/CSU) und St. Oswald-Riedlhütte (Klaus Pleintinger/Freie Bürgerliste und Peter Schwankl/CSU) noch einmal abstimmen.

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