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Die "Rote Res" Bodenmais - junge Kneipe statt Alte Post | BR24

© BR/Renate Roßberger

In Bayern sterben immer mehr Dorftwirtshäuser. Viele stehen seit Jahren leer - ein trauriger Anblick. Doch es geht auch anders: In Bodenmais haben zwei junge Männer die Alte Post übernommen und kurzerhand zur "Roten Res" gemacht.

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Die "Rote Res" Bodenmais - junge Kneipe statt Alte Post

In Bayern sterben immer mehr Dorftwirtshäuser. Viele stehen seit Jahren leer - ein trauriger Anblick. Doch es geht auch anders: In Bodenmais (Lkr. Regen) haben zwei junge Männer die Alte Post übernommen und kurzerhand zur "Roten Res" gemacht.

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Alte Wirtshäuser zu erhalten ist schwierig, vor allem die wirklich großen Kolosse, die es auf etlichen Dorfplätzen noch gibt. Denn seit Jahren sterben in Bayern überall Wirtshäuser und ein großes Haus macht es nicht leichter, das Sterben zu verhindern.

Frischer Wind im alten Haus

Genauso erging es der "Alten Post" in Bodenmais im Kreis Regen. Der letzte Besitzer war kinderlos verstorben, das aus dem 18. Jahrhundert stammende Haus verwahrlost. Aber dann kamen Joe Wagner und Michi Pelikan und machten aus der "Alten Post" die "Rote Res". Auch wenn sie damit erst teilweise fertig sind, sorgen sie damit für frischen Wind.

Quereinsteiger durch und durch

Michi und Joe sind streng genommen zwei Studienabbrecher. Der eine schmiss Jura, der andere Landwirtschaft. Zuviel Theorie für die beiden. Michi machte eine Lehre als Industriekaufmann, Joe lernte Koch und kaufte dann 2016 das leerstehende Wirtshaus "Alte Post" in ihrem Heimatort Bodenmais. Ein Koloss gegenüber der Kirche, ausladend, 800 Quadratmeter pro Stockwerk, aber alles vergammelt, keiner wollte es. Joe's Papa Josef gab ihm dafür ein Privatdarlehen.

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Michi Pelikan und Joe Wagner, die neuen Besitzer des Gasthauses

Sanierung noch nicht abgeschlossen

Josef Wagner ist zwar der oberste Sparkassenchef im Landkreis, aber die Bank hat nichts mit dem Abenteuer zu tun und Joe muss dem Papa das Darlehen zurück zahlen. Eine lange Leine, die hilft etwas Ungewöhnliches entstehen zu lassen. Die Gasthofküche ist schon saniert, eine ganze Wand herausgerissen, damit die Gäste beim Kochen zuschauen können. Die Gaststube selber bleibt alt, aber am anderen Ende entsteht mit viel Liebe zum Detail die Kneipe "Rote Res".

Restaurant, Kneipe, Veranstaltungsort

Damit das Projekt "Rote Res" auch funktioniert, müssen Joe und Michi noch nebenher arbeiten. Joe arbeitet nebenbei als Mietkoch und Holzfäller, Michi betreut sechs Tage im Monat Menschen mit Behinderung, damit es für den Lebensunterhalt reicht. Veranstaltungen werden in der "Roten Res" auch schon abgehalten. Der zweite Plan, den oberen Stock in stylische Hostelzimmer umzubauen, ist noch Zukunftsmusik.

Seitdem die "Rote Res" wieder Leute anzieht, klopfen auch schon Investoren an, die das alte Wirtshaus kaufen wollen. Das selbe Wirtshaus, das vorher keinen interessiert hat. Doch die Investoren kriegen von den beiden neuen Besitzern eine klare Absage.

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Das eigene Bier "Rote Res"