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Die Regio-S-Bahn verspätet sich - um Jahre | BR24

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Bildrechte: BR / Peter Allgaier

Ein S-Bahn-Netz, das Bayern und Baden-Württemberg verbindet: Seit Jahren existieren dafür Pläne, doch während im Freistaat schon die ersten Bahnen rollen, kritisieren Politiker jetzt das Nachbarbundesland, weil wenig vorwärtsgeht.

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Die Regio-S-Bahn verspätet sich - um Jahre

Ein S-Bahn-Netz, das Bayern und Baden-Württemberg verbindet: Seit Jahren existieren dafür Pläne, doch während im Freistaat schon die ersten Bahnen rollen, kritisieren Politiker jetzt das Nachbarbundesland, weil wenig vorwärtsgeht.

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Von
  • Peter Allgaier
  • Anna Klein

Im Dezember fiel der Startschuss für die S-Bahn, die von Ulm nach Memmingen und Weißenhorn fährt – genauer gesagt, die Regio-S-Bahn. Das Projekt ist ein Erfolg für den Verein "Regio-S-Bahn Donau-Iller", der seit Jahren für eine bessere Verkehrsanbindung der beiden Nachbarbundesländer Bayern und Baden-Württemberg kämpft.

Acht Linien sind geplant

Acht Linien soll das S-Bahn-Netz einmal umfassen. Während auf bayerischer Seite nun zwei davon in Betrieb gehen, ist fraglich, wann es auch in Baden-Württemberg soweit sein wird. "Ich habe nicht das Gefühl, dass die baden-württembergische Regierung das Projekt voranbringen will", sagt Martin Rivoir, SPD-Landtagsabgeordneter aus Ulm. Als Begründung nennt er eine Streckenausschreibung vom Bodensee nach Stuttgart.

Baden-Württemberg hat andere Prioritäten bei der Planung

Obwohl es sich um einen zentralen Streckenabschnitt der Regio-S-Bahn handle, sei diese in den Planungen gar nicht berücksichtigt worden, so Rivoir. Er ist mit seinem Unmut nicht allein. Landtagskollege Manuel Hagel von der CDU kritisiert, dass seit 2011 nicht viel passiert sei und fordert einen verbindlichen Zeitplan.

S-Bahn-Netz als wichtiger Impuls für schwäbische Städte

Denn die Landkreise und Städte erhoffen sich viel vom S-Bahn-Netz. "Wir haben ein großes Einzugsgebiet, ein gut ausgebautes S-Bahn-Netz wäre ein wichtiger Impuls für unsere Stadt", sagt Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder.

Warum bremst das „grüne Ländle“?

Zwar fahren schon jetzt Regionalzüge auf den Strecken. Doch mit der S-Bahn soll ein fester Takt Einzug halten, nämlich 30 Minuten auf vielen Linien. Fahrgäste müssten sich also nicht mehr um die Abfahrtszeiten der Züge kümmern. Geplant sind außerdem ein einheitliches Tarifsystem sowie mehr Haltestellen. Gerade Pendlern in der Region könnte das Anreize bieten, um vom Auto auf die umweltfreundlichere Bahn umzusteigen. Da wundert es, dass das Projekt ausgerechnet aus Baden-Württemberg nicht mehr Rückenwind bekommt. Schließlich wird das Verkehrsministerium im "Ländle" grün regiert.

Unterschiedliche Finanzierung macht Absprachen notwendig

Doch der S-Bahn-Ausbau kostet einen dreistelligen Millionenbetrag und die Finanzierung läuft in den Bundesländern unterschiedlich. Während Bayern die Ausgaben für Vorplanungen selbst schultert, bittet Baden-Württemberg auch seine Kommunen zur Kasse. Dafür sind längere Abstimmungen nötig.

Verkehrsministerium in Baden-Württemberg wartet auf Konzept

Auf BR-Anfrage, wann die S-Bahn auch in Baden-Württemberg rollt, heißt es aus dem dortigen Verkehrsministerium: "Wir starten, wenn ein abgestimmtes Linienkonzept samt Marketingstrategie vorliegt." Um einen gemeinsamen Namen ringen die Bundesländer allerdings schon länger. Hier verweist das Verkehrsministerium wiederum auf die Kommunen. Sie würden das Projekt nicht entschlossen genug vorantreiben.

Start der S-Bahn soll zum Umdenken bewegen

Oliver Dümmler vom Verein "Regio-S-Bahn Donau Iller" wollte jedenfalls nicht mehr länger warten. Ihm war es wichtig, das Konzept endlich in den Köpfen der Menschen zu verankern. Deshalb startete die S-Bahn jetzt, wenn auch vorerst nur in Bayern. Wie groß das Schnellbahn-Netz am Ende einmal sein wird, liegt auch an einer Kosten-Nutzen-Analyse, von der der Bund die Vergabe seiner Mittel abhängig machen will. Doch auch hier ist erst einmal Geduld gefragt. Ergebnisse werden in gut drei Jahren erwartet.

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  • Peter Allgaier
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