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Die Oberpfalz vor der Bundestagswahl

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    Die Oberpfalz vor der Bundestagswahl

    Am 26. September wird der neue Bundestag gewählt. Aus der Oberpfalz werden mindestens zwei neue Abgeordnete nach Berlin gehen. Wer sich sonst noch zur Wahl stellt in den vier Wahlkreisen: ein Überblick.

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    Von
    • Uli Scherr

    Eines steht jetzt schon fest: Nach der Bundestagswahl am 26. September werden einige neue Köpfe unter den Oberpfälzer Abgeordneten in Berlin zu finden sein. Denn in zwei Wahlkreisen stellen sich die Amtsinhaber von der CSU nicht mehr zur Wiederwahl. Zwei Frauen könnten ihre Nachfolger werden. Damit schlägt die Frauenförderung der CSU in der Oberpfalz in besonderem Maße durch.

    Wahlkreis Amberg: Wachablösung nach drei Jahrzehnten

    Nach mehr als drei Jahrzehnten als Berufspolitiker nimmt im September der CSU-Bundestagsabgeordnete Alois Karl Abschied. Der 70-Jährige, der vor seiner Karriere in Berlin Oberbürgermeister von Neumarkt war, kandidiert nicht mehr für das Direktmandat im Wahlkreis Amberg (232). Die Nachfolge von Karl soll nach Willen der CSU die Rechtsanwältin Susanne Hierl antreten. Auch sie stammt wie Karl aus dem Landkreis Neumarkt.

    Der einzige Kandidat in diesem Wahlkreis, der bereits über ein Bundestagsmandat verfügt, ist somit der AfD-Politiker Peter Boehringer. Der 52-Jährige ist Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Bundestag. Er kandidiert auf Listenplatz 1 der AfD Bayern, das bedeutet für ihn wohl den sicheren Wiedereinzug ins Parlament.

    Um das Amberger Direktmandat bewerben sich außerdem für die Grünen Karl-Heinz Herbst, für die SPD Johannes Foitzik, für die FDP Nils Gründer und für die Linke Markus Sendelbeck.

    Zum Wahlkreis Amberg gehören die Stadt Amberg sowie die Landkreise Amberg-Sulzbach und Neumarkt.

    Wahlkreis Regensburg: Neuer Zuschnitt vor der Wahl

    Im Wahlkreis Regensburg (233) will Peter Aumer von der CSU sein Direktmandat verteidigen. Immerhin drei amtierende Bundestagsabgeordnete wollen ihm dieses streitig machen: Für die Grünen kandidiert Stefan Schmidt, für die FDP Ulrich Lechte und für die Linke Eva-Maria Schreiber, die sich bei der letzten Wahl noch in München um ein Mandat beworben hatte.

    Für die Sozialdemokraten stellt sich die Oberpfälzer SPD-Bezirksvorsitzende Carolin Wagner aus Lappersdorf zur Wahl. Die AfD hat Dieter Arnold, ebenfalls aus Lappersdorf, als Kandidaten nominiert.

    Seit 1949 umfasste der Wahlkreis stets die Stadt und den ganzen Landkreis Regensburg. Vor der mittlerweile 20. Bundestagwahl wurde das Wahlkreisgebiet neu abgegrenzt, um dem Bevölkerungswachstum im Raum Regensburg Rechnung zu tragen. Die Folge: die Bürger von Wörth und Brennberg im östlichen Landkreis Regensburg gehen künftig im Wahlkreis Schwandorf zum Wählen.

    Wahlkreis Schwandorf: Ende der Ära Holmeier

    Auch im Wahlkreis Schwandorf (234) wird es nach dem 26. September mit Sicherheit eine neue, direkt gewählte Abgeordnete oder einen neuen Abgeordneten geben. Denn der CSU-Politiker Karl Holmeier, 64 Jahre alt, beendet nach 12 Jahren in Berlin seine politische Laufbahn und stellt sich nicht mehr zur Wahl. Um seine Nachfolge bewirbt sich die Berufsschullehrerin und zweite Bürgermeisterin von Schwandorf, Martina Englhardt-Kopf (41).

    Für die SPD kandidiert die Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder für das Direktmandat. Die 59-Jährige gehört als parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion und Vorsitzende der Landesgruppe Bayern zu den profiliertesten Bundespolitikern aus der Oberpfalz.

    Die Grünen schicken im Wahlkreis Schwandorf Tina Winklmann ins Rennen, für die AfD kandidiert Wolfgang Pöschl und für die FDP Ines Tegtmeier. Manfred Preischl ist Kandidat der Linken.

    Der Wahlkreis Schwandorf umfasst die beiden Landkreise Schwandorf und Cham. Bei der Bundestagswahl 2021 gehören erstmals auch zwei Kommunen aus dem Landkreis Regensburg zu diesem Wahlkreis: die Stadt Wörth an der Donau und die Gemeinde Brennberg.

    Wahlkreis Weiden: Die meisten Direktkandidaten

    In keinem anderen Wahlkreis in der Oberpfalz treten so viele Direktkandidaten an wie in Weiden – zwölf an der Zahl. Denn neben den Bewerbern der etablierten Parteien stellen sich hier auch mehrere unabhängige Kandidaten zur Wahl. Darunter ist auch der Landwirt Konrad Dippel aus Trabitz. Der 50-Jährige kandidiert zum mittlerweile fünften Mal als unabhängiger Kandidat für den Bundestag. 2017 holte Dippel in seinem Wahlkreis fast 12.000 Erststimmen (9,3 Prozent). Damit war er nach eigenen Angaben zum wiederholten Mal der erfolgreichste parteifreie Bundestagskandidat in ganz Deutschland.

    Favorit auf den Gewinn des Direktmandats aber ist Amtsinhaber Albert Rupprecht von der CSU, der den Wahlkreis seit 2002 in Berlin vertritt. Sein prominentester Gegner ist SPD-Kandidat Uli Grötsch aus Waidhaus. Der ehemalige Generalsekretär der bayerischen Sozialdemokraten ist Spitzenkandidat auf der SPD-Liste in Bayern. Damit hat er sein Bundestagsmandat praktisch sicher. Für die AfD kandidiert Manfred Schiller, für die FDP Silke Klotz, für die Grünen Anneliese Droste und für die Linke Christian Weidner.

    Der Wahlkreis Weiden (235) umfasst die Stadt Weiden, sowie die Landkreise Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth.

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