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Feste, Sport, Tourismus: Die neuen Corona-Lockerungen in Bayern | BR24

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Mehr Gäste auf privaten Feiern, Öffnung der Innenbereiche in Freizeiteinrichtungen - das bayerische Kabinett hat weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen beschlossen.

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Feste, Sport, Tourismus: Die neuen Corona-Lockerungen in Bayern

Angesichts einer stabilen Corona-Lage hat das bayerische Kabinett weitere Lockerungen beschlossen: Private Feiern und Tagungen dürfen größer werden, Indoor-Freizeitattraktionen können öffnen, auch im Freizeitsport und Tourismus wird mehr möglich.

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Bayern will in der Corona-Krise laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) "vorsichtiger als andere" bleiben. "Denn Corona legt weltweit überall weiter zu", twitterte Söder nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts. "Wir müssen wirklich achtsam bleiben".

Derzeit ist das Infektionsgeschehen im Freistaat nach Angaben von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) allerdings weiterhin stabil - daher habe das Kabinett "kleinere Erleichterungen" beschlossen, sagte er in München. Die neuen Lockerungen, die ab Mittwoch gelten sollen, betreffen private Feiern und Tagungen, den Tourismus, die Freizeitbranche und den Sport. Andere Öffnungen, über die zuletzt spekuliert worden war, kommen dagegen zunächst nicht. Der Überblick:

Private Feiern: Doppelt so viele Teilnehmer

Die maximal erlaubte Teilnehmerzahl bei privaten Feiern, nicht öffentlichen Versammlungen sowie Demonstrationen (Versammlungen im Sinne des Versammlungsgesetzes) wird verdoppelt: auf 100 in Innenräumen und 200 im Freien. Damit sind nun größere Schulabschluss-, Hochzeits- und Geburtstagsfeiern, Beerdigungen, Vereins- und Parteisitzungen sowie Tagungen möglich. Die neue Personenbeschränkung gilt auch für Veranstaltungen in gastronomischen Betrieben.

Freizeitbranche: Indoor-Attraktionen können öffnen

Bisher dürfen Freizeiteinrichtungen wie Botanische Gärten, Tier- und Freizeitparks nur ihre Außenanlagen öffnen, nun kommen die Indoorbereiche hinzu - unter den gleichen Voraussetzungen wie im Freien: Nötig ist ein Schutz- und Hygienekonzept mit Regeln zur Besucherlenkung, Wahrung des Mindestabstands und dem Tragen einer Gesichtsmaske. Wenn sie das vorlegen, können beispielsweise also auch Indoor-Spielplätze, Spielscheunen, Escape Rooms und ähnliche Freizeitangebote wieder starten.

Tourismus: Flusskreuzfahrten werden erlaubt

Flusskreuzfahrtschiffe können in Bayern wieder ablegen: Ihr Betrieb wird wieder zugelassen, dabei gelten für sie die gleichen Bestimmungen wie für "ortsfeste Hotels". Die Reedereien müssen sich an die Hygienekonzepte für Gaststätten und Beherbergungsbetriebe halten.

Tourismus: Ausflugsverkehr ohne Mindestabstand

Erleichterungen gibt es auch für den touristischen Erlebnisverkehr wie zum Beispiel touristische Bahnfahrten und die Fluss- und Seenschifffahrt im Ausflugsverkehr. Hier ist auf den Plätzen - wie bereits jetzt in öffentlichen Verkehrsmitteln und bei Busreisen - der Mindestabstand nicht mehr zwingend, "die Masken und die anderen Hygieneauflagen bleiben natürlich schon verpflichtend", erläuterte Staatskanzleichef Herrmann. Die Regelungen für touristische Freizeiterlebnisse, wie zum Beispiel Raftingtouren und Floßfahrten mit mehr als 10 Personen, bleiben nach Angaben der Staatskanzlei unverändert, der Mindestabstand von 1,5 Metern muss also weiter gewahrt werden.

Sport: Kontaktfreie Wettkämpfe in Hallen

Im Sport steht laut Herrmann die nächste Lockerungsstufe an: Bei "kontaktfrei betriebenen Sportarten" werden nun Wettkämpfe auch in geschlossenen Räumen wieder erlaubt - unter Beachtung der üblichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Sport: Training mit Körperkontakt wieder möglich

Das Training mit Körperkontakt wird wieder ermöglicht. "Also noch keine Wettkämpfe, aber das Training zum Beispiel von Fußballmannschaften". Beim Kampfsport gelte eine maximale Gruppengröße von fünf Personen.

Nachtleben: Bars und Clubs müssen warten

Bars und Kneipen müssen in Bayern vorerst weiter geschlossen bleiben - genauso wie Clubs und Diskotheken. Hier gebe es noch keine Veränderungen, "weil wir einfach nach wie vor vorsichtig, umsichtig sind", sagte Herrmann. Diese Bereiche seien aus Sicht des Infektionsschutzes problematisch. Gerade in klassischen Schankwirtschaften gebe es eine Kombination von Faktoren, die problematisch seien: die Enge, Alkohol und möglicherweise Lüftungsprobleme in einem kleinen Raum. Als abschreckendes Beispiel nannte er das Infektionsgeschehen in Texas: Wegen des rapiden Anstiegs von Corona-Infektionen sind in dem US-Bundesstaat die Bars wieder geschlossen worden.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte in den vergangenen Wochen mehrfach gefordert, dass Kneipen und Bars den Zapfhahn schnell wieder aufdrehen dürfen. Ministerpräsident Söder bremste aber mehrfach entsprechende Erwartungen. Er könne sich zwar vorstellen "auch mal über die Schankwirtschaften zu reden", sagte Söder vergangene Woche im Bayern-3-Interview, "aber eben nicht überstürzt". Herrmann versicherte heute, die Lage werde anhand des Infektionsgeschehens immer wieder neu bewertet.

Kultur-Events: Personenbeschränkung bleibt

Die maximale Besucherzahl von Konzerten, Theater- und Kinovorstellungen bleibt vorerst unverändert - 100 in Innenräumen, 200 im Freien. Dies sei "auch ein Bereich, den wir natürlich auf dem Schirm haben", sagte der Staatskanzleichef. Da stelle sich die Frage nach dem nächsten Schritt, "aber heute sind wir ihn noch nicht gegangen", sagte Herrmann.

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