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Zwei Mittelfränkinnen hoffen auf Sprung ins EU-Parlament | BR24

© picture alliance / Eibner-Pressefoto

Europawahl am kommenden Sonntag: Schon jetzt gibt es in Mittelfranken mehr Briefwähler als bei der Europawahl 2014.

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    Zwei Mittelfränkinnen hoffen auf Sprung ins EU-Parlament

    Kommenden Sonntag ist Europawahl und es wird eine höhere Wahlbeteiligung erwartet als bei den Europawahlen 2014, als sie bei 42,3 Prozent lag. In Mittelfranken gelten aktuell zwei Kandidatinnen als aussichtsreich. Doch es könnte knapp werden.

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    Im Europaparlament war in der letzten Amtsperiode nur ein Mittelfranke vertreten: Thomas Händel von der Linken. Doch der Gewerkschafter aus Fürth tritt nicht mehr zur Europawahl an. Jetzt haben zwei Frauen aus Mittelfranken Aussicht auf den Einzug ins Europaparlament: Marlene Mortler, Bundestagsabgeordnete der CSU und Pierrette Herzberger-Fofana von den Grünen.

    Marlene Mortler

    Gemessen an den Wahlprognosen ihrer Parteien dürfte es allerdings für beide knapp werden. Marlene Mortler aus Lauf an der Pegnitz ist aktuell Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Sie würde im EU-Parlament gern Landwirtschaftspolitik machen. So sagt sie selbst "Landwirtschaft und Ernährung sind einfach mein Herzthema."

    "Ich sehe, dass unsere Landwirte im Moment sehr oft zu Unrecht in die Ecke gedrängt werden – aus Nicht-Wissenheit, aus Absicht, wie auch immer. Und ich sehe es als meine Aufgabe an, einmal Brücken zu bauen zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Und deutlich zu machen wie wichtig es ist, dass wir auch in Zukunft in Europa eine unabhängige Ernährungsversorgung haben.“ Marlene Mortler (CSU), Europawahl-Kandidatin
    © dpa/picture-alliance/AA/Mehmet Kaman

    Europawahl-Kandidatin der CSU für Mittelfranken: Marlene Mortler

    Unter den CSU-Abgeordneten in Straßburg war die Agrarpolitik bislang in der Hand von Albert Deß aus der Oberpfalz, der sich nicht mehr zur Wahl stellt. Marlene Mortler tritt auf Platz 6 der CSU-Liste an. Bislang brauchte die CSU ein Ergebnis von mindestens 40 Prozent, damit auch Listenplatz 6 noch den Sprung ins Europa-Parlament schafft. Doch die Partei liegt in den meisten Umfragen leicht darunter. So kämpft die 63-Jährige entschieden um jede Wählerstimme.

    "Überlasst die Wahl nicht den Populisten, den Nationalisten, den Egoisten. Runter vom Sofa, rein ins Wahllokal! Lasst denen, die Europa schaden wollen, schwächen wollen, keine Chance." Marlene Mortler (CSU), Europawahl-Kandidatin

    Pierrette Herzberger-Fofana

    Gegen Nationalismus und Rassismus wendet sich auch EU-Kandidatin Pierrette Herzberger-Fofana. Die Grünen-Politikerin ist seit vielen Jahren Stadträtin in Erlangen. Geboren in Mali, aufgewachsen im Senegal hat sie eine wissenschaftliche Laufbahn eingeschlagen: War Französisch-Lehrerin am Gymnasium, promovierte über Frauenliteratur des frankophonen Subsahara-Afrika und spricht sechs Sprachen. Mit nun 65 Jahren glaubt Pierrette Herzberger-Fofana an ihre Kompetenzen.

    © Pierrette Herzberger-Fofana / Die Grünen

    Pierrette Herzberger-Fofana von den Grünen, Europawahl-Kandidatin bei den Europawahlen 2019

    "Erstens Mal, dass ich 15 Jahre im Stadtrat war. Dass ich sehr engagiert bin. Ich gehöre auch mehreren Organisationen und Verbänden an. Und ich glaube, dass ich gute Voraussetzungen bringe, zumindest was es anbetrifft, Frauen zu ermutigen sich politisch zu engagieren." Pierrette Herzberger-Fofana (Die Grünen) Europawahl-Kandidatin

    Die Grünen-Politikerin gilt als international angesehene Frauenrechtlerin. Ein Schwerpunkt bei diesem Thema liegt für sie auf den Bereichen Migration und Integration.

    "Wenn man von Frauen redet: Das sind nicht nur die Einheimischen, aber auch alle Frauen, die hier in Europa leben. Europa als Heimat oder zumindest sagen wir mal "Herzheimat", um nicht zu brüskieren.“ Pierrette Herzberger-Fofana (Die Grünen), Europawahl-Kandidatin

    Als ihre "Herzheimat" betrachtet sie natürlich Erlangen. Ob Herzberger-Fofana womöglich bald in die "Arbeitsheimat" Straßburg ziehen wird, ist ungewiss. Sie hat jedenfalls Chancen, von Listenplatz 21 ins EU-Parlament gewählt zu werden – vorausgesetzt, die Grünen schneiden noch ein klein wenig besser ab als in den aktuellen Umfragen, die bei bis zu 20 Prozent liegen. Die endgültige Entscheidung treffen am kommenden Sonntag die Wählerinnen und Wähler.