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"Die meisten wollen nach Deutschland" | BR24

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Flüchtlinge in ihren Zelten im improvisierten Flüchtlingslager Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze

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    "Die meisten wollen nach Deutschland"

    Die Münchner Sozialgenossenschaft "Bellevue di Monaco" hat einen weiteren Lastwagen nach Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze geschickt. Dort stranden seit Wochen Tausende Flüchtlinge. Das Ziel der Mehrheit: Deutschland. Von Julia Binder

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    Bekleidung, Lebensmittel, Rucksäcke, Zelte, Medikamente und Isomatten hatte der Transport an Bord - fast alles wieder Spenden aus der Münchner Bevölkerung. Eigentlich sollte der Lastwagen ins Flüchtlingslager bei Idomeni fahren, aber das war nicht möglich. Die Hilfsgüter sind dann säckeweise zu den Flüchtlingen gebracht worden.

    "Du siehst überall Leute mit Koffern, mit Kinderwagen, manche haben sogar einen Einkaufswagen dabei. Sie versuchen, sich irgendwie nach Idomeni durchzuschlagen. Die Behörden versuchen offenbar schon, die Menschen in organisierte Lager zu bringen. Aber die meisten wollen natürlich nach Deutschland." Johannes Welte, Münchner Journalist

    Flüchtlinge wollen über Italien weiter

    Johannes Welte, Journalist der Münchner "tz", hat einen "Bellevue"-Transport begleitet. Er habe mit Jesiden aus dem Irak und mit Syrern gesprochen. Sie hätten entweder gesagt, die irakische Luftwaffe habe ihre Wohnungen und Häuser zerbombt, oder sie sagten, sie seien von den Truppen des sogenannten Islamischen Staates (IS) gejagt worden. Da die Balkanroute dicht sei, würden nun viele versuchen, über Italien nach Deutschland zu kommenm, berichtet Welte.

    SPD-Mann Pfaffmann prangert Staatsregierung und EU an

    Auch Hans-Ulrich Pfaffmann, der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag, war in Idomeni. Nach seinen Worten wächst die Verzweiflung unter den Flüchtlingen:

    "Es mangelt hier an allem. Die Menschen benötigen dringend Lebensmittel, Medikamente, Schuhe und Strümpfe. Sie müssen hier menschenunwürdig in Schlamm und Dreck leben." Hans-Ulrich Pfaffmann, Vize-Chef der SPD im Bayerischen Landtag

    Pfaffmann, der Landesvorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) ist, geht mit den Verantwortlichen hart ins Gericht: "Alle, die Grenzen schließen wollen und die furchtbaren Konsequenzen für die Menschen billigend in Kauf nehmen, verstoßen gegen jedes Menschenrecht. Das gilt für die bayerische Staatsregierung ebenso wie für die europäische Staatengemeinschaft." ASB und "Bellevue" hatten die Hilfstransporte gemeinsam organisiert.