BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Der Landwirt Frank Maaß und 20 weitere Helfer im Landkreis Kronach suchen die von ihnen aufgebauten Folienzäune nach Kröten, Fröschen und Molchen ab.

4
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Die Krötenretter von Kronach

Hunderttausende Amphibien haben es in den letzten Tagen nicht über Frankens Straßen geschafft. Fahrbahnen kreuzen ihren Weg vom Winterquartier zum Laichgewässer. Helfer kämpfen dafür, dass weniger Tiere überfahren werden - und werden oft belächelt.

4
Per Mail sharen
Von
  • BR24 Redaktion

Jeden Morgen suchen der Landwirt Frank Maaß und 20 weitere Helfer im Landkreis Kronach die von ihnen aufgebauten Folienzäune nach Kröten, Fröschen und Molchen ab. Ihr Ziel: Sie wollen verhindern, dass die Tiere beim Versuch, die Straße zu überqueren, überfahren werden. Denn die Kröten und Lurche werden in Franken immer weniger. Die Helfer und Helferinnen spüren die Auswirkungen des Klimawandels und der trockenen Sommer.

Landwirt errichtet Folienzäune um Kröten zu retten

Zum Glück gibt es Amphibienretter wie Frank Maaß. Mit fleißigen Helfern errichtet der Landwirt Folienzäune, damit Kröten, Frösche und Molche gar nicht erst auf die Straße kommen. Der Landschaftspflegeverband Kronach organisiert und finanziert die landkreisweite Amphibienrettung mit jährlich 10.000 Euro. Einige Passanten belächeln das Projekt. "Es wird viel belächelt und kritisiert, dass dafür Geld ausgegeben wird", sagt denn auch Landwirt und Kröten-Retter Frank Maaß.

Christine Neubauer vom Landschaftspflegeverband Kronach freut sich über Helfer, die täglich, auch an Wochenenden, frühmorgens aufbrechen und Amphibien aus den am Zaun eingegrabenen Eimern sammeln. Auch Anna Backer und ihre Geschwister nehmen zum ersten Mal Erdkröten in die Hand: "Unten sind sie recht weich. Oben sind sie wie so ein bisschen rau, als ob sie einen Panzer haben", findet Anna.

Auch wenige Kilometer weiter an einer Straße bei Mitwitz im Landkreis Kronach finden Sarah Kraus und Johannes Wagner mit dem kleinen Amphibienretter Anton überraschend viele Erdkröten. Anton sucht sogar unter den Sammeleimern. Er gräbt in der Erde und findet immer wieder Kröten, die sich dort verstecken. Leider finden die drei während der eineinhalbstündigen Sammelaktion keinen einzigen Frosch. Deren Anzahl schrumpft in den letzten Jahren besonders stark.

Bei der Kälte wagen sich viele Kröten noch nicht aus dem Wald

Wegen der kalten Nächte wagen sich viele Amphibien noch nicht aus ihren Winterquartieren im Wald. Anton sucht hartnäckig weiter. Das Fazit an diesem Morgen: 500 Erdkröten und einen Molch haben die Kröten-Retter auf einer Zaunlänge von rund zwei Kilometern gefunden.

"Wenn ich überfahrene Kröten sehe, tut mir das immer sehr leid. Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich weiß, dass ich einigen von ihnen dieses Schicksal erspart habe." Johannes Wagner, Kröten-Retter

Auch Anna und ihre Familie sind zufrieden. 200 Erdkröten haben sie an diesem Morgen über die Straße getragen. Insgesamt 20 Helfer sammeln im Landkreis Kronach jedes Jahr rund 9.000 Amphibien.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!