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Bildrechte: pa/dpa/Daniel Karmann

Die Liste der bayerischen SPD für die Bundestagswahl führt Generalsekretär Grötsch an. Die Präsenz-Veranstaltung fand im Fußballstadion statt - unter freiem Himmel und mit strengen Auflagen.

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Die Kandidaten der Bayern-SPD für den Bundestag

Die bayerische SPD-Liste für die Bundestagswahl steht. Spitzenkandidat ist der Oberpfälzer Uli Grötsch, der bald auch Chef der Bayern-SPD werden will. "Er gibt Bayern eine tolle Stimme", sagt die scheidende Parteichefin Natascha Kohnen.

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Von
  • Stanislaus Kossakowski

Es war eine Wahl bei Wind und Wetter. Bei kaltem Wetter, bedauert Bayerns SPD-Vorsitzende Natascha Kohnen im Fußballstadion des SC 04 Schwabach. Ein Fußballspiel findet dort coronabedingt nicht statt, aber die Aufstellungsversammlung der BayernSPD für die Bundestagswahl.

Kohnen hat die über 130 anwesenden Genossinnen und Genossen ausdrücklich zur Corona-Disziplin ermahnt und immer wieder aufs Einhalten der Abstände hingewiesen. Die hielten sich in Sitzdecken gehüllt auf der Fußballtribüne sitzend nach Kräften daran und machten ihre Arbeit. Sie stellten die Auswahl der BayernSPD für die Bundestagswahl auf.

Spitzenkandidat wird Generalsekretär Uli Grötsch

Zum Spitzenkandidaten wählten sie ihren Generalsekretär, Uli Grötsch, der schon seit zwei Legislaturperioden im Bundestag sitzt. Grötsch freute sich über 117 von 131 abgegebenen Stimmen und über das ihm entgegengebrachte "breite Vertrauen".

Wer tritt Nachfolge von Natascha Kohnen an?

Die Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin für die scheidende SPD-Chefin Natascha Kohnen steht ab nächstem Wochende an: erst digital, dann per Briefwahl. Uli Grötsch bewirbt sich dafür. Aber er ist dort nicht der einzige Kandidat. Die jetzige Ernennung zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl stärke ihn natürlich, ist von vielen Parteifreunden zu hören.

Und die Noch-Amtsinhaberin Natascha Kohnen trägt mit ihrer Einschätzung zu diesem Eindruck bei. Grötsch stehe für klare Worte und genieße das Vertrauen von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

46 Kandidaten auf der bayerischen SPD-Liste

Insgesamt stellten die bayerischen Sozialdemokraten 46 Kandidatinnen und Kandidaten auf. Direkt nach Grötsch folgen Bärbel Kofler (Oberbayern), Carsten Träger (Mittelfranken), Annette Kramme (Oberfranken) und Sebastian Roloff (Oberbayern).

Zur ersten Kampfkandidatur kam es um Platz 8. Diesen forderte die Vorsitzende der SPD in Augsburg, Ulrike Bahr, für sich ein. Doch es setzte sich die vom Landesvorstand gelistete Gabriela Heinrich aus Nürnberg durch.

Die Enttäuschung der schwäbischen Sozialdemokraten folgte auf dem Fuß. Die Schwaben seien auf der Liste unterrepräsentiert, beklagte ein Delegierter. Nur zwei Kandidierende aus Schwaben schafften es bei der Abstimmung in Schwabach unter die ersten Zwanzig.

Wie viele Kandidierende schaffen den Einzug in den Bundestag?

Wie viele Kandidierende die BayernSPD bei der Bundestagswahl im Herbst in den Bundestag bekommt, bleibt indes die bange Frage für die Partei. Die aktuellen Umfragewerte, die zwischen 8 und 10 Prozent liegen, deuten auf deutliche Verluste von Bundestagsmandaten hin. Nach der Bundestagswahl 2017 durften 18 bayerische SPD-Listenkandidaten ins Parlament einziehen.

Doch übten sich die Noch-Parteivorsitzende Natascha Kohnen und der neue Spitzenkandidat in Optimismus. Beide sprechen am Ende einer von Regen und Sturmböen begleiteten Aufstellungsversammlung von "viel Rückenwind" für und von Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

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