Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Die Hühnerbrücke von Birkhausen | BR24

© BR/Tobias Chmura

Bio-Hühner brauchen zwingend einen Auslauf. Sonst sind es keine Bio-Hühner! Doch was tun, wenn zwischen dem neuen Stall und der Wiese eine kleine Straße liegt? Dann hilft wohl nur eine Hühnerbrücke! 4O Meter lang und vier Meter hoch!

4
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Die Hühnerbrücke von Birkhausen

Bio-Hühner brauchen zwingend einen Auslauf. Sonst sind es keine Bio-Hühner! Doch was tun, wenn zwischen dem neuen Stall und der Wiese eine kleine Straße liegt? Dann hilft wohl nur eine Hühnerbrücke! 4O Meter lang und vier Meter hoch!

4
Per Mail sharen
Teilen

Grüne Metallstreben glitzern im Sonnenlicht. Ein Teleskop-Lader bugsiert ein mehrere Meter langes Brückenteil auf die Stützen in fünf Metern Höhe. Landwirt Dominik Spegel baut in Birkhausen im Nördlinger Ries eine Brücke für Hühner. Denn seit kurzem ist die alte Hofstelle im Dorf zu einem Hühnerstall umgebaut. Aber zwischen dem Stall und dem Auslauf auf einer Wiese, liegt eine kleine Straße. Da wäre es eigentlich einfacher gewesen, den Stall einfach auf einen seiner Äcker zu bauen – aber:

„Für uns war einfach wichtig, dass wir erstmal die Hofstelle nutzen, schon mal das, was da ist, bevor wir dann in die grüne Wiese bauen und dann Ackerland zubauen. Ich denke, gerade wir als Landwirte sollten da mit gutem Beispiel voran gehen!“ Landwirt Dominik Spegel

Werden die Hühner die steile Brücke nutzen?

Deshalb also: Eine Brücke für Hühner. Ob sich die Tiere da überhaupt drüber trauen? Die Frage stellt sich auch Yuliya, Dominiks Frau und studierte Agrarmanagerin: „Wir sind schon ganz weit gegangen und natürlich, die Spannung bleibt trotzdem! Bis die ersten Hühner drüber laufen, bleibt die Spannung noch sehr groß!“ Denn falls sich die Legehennen nicht über die Brücke nach draußen wagen, würde aus der Bio-Haltung eine Bodenhaltung. Die Eier sind dann viel weniger wert – eine finanzielle Katastrophe!

Die ersten Hühner betreten die Brücke

Ein paar Tage später: Jetzt steht zum ersten Mal die Tür zur Brücke offen. Auf der Brücke liegen Weizenkörner – als Lockmittel. Und tatsächlich: Die ersten der 1.200 Bio-Hühner wagen sich auf die gut 40 Meter lange, überdachte Brücke. Dominik Spegel ist zuversichtlich: „Das sieht gut aus. Eines geht mal vorne weg. Die haben gespannt, dass da Weizen liegt, das wird!“

Kurz vor der Wiese gehen die Hühner zurück

Doch kurz vor Ende der Brücke, drehen die Hühner wieder um! Vielleicht haben sie doch noch zu viel Angst vor Greifvögeln und suchen Schutz. Tag eins der Hühnerbrücke war noch nicht erfolgreich. Trotzdem bleibt Dominik Spegel optimistisch: „Es hat noch kein Huhn rausgeschafft. Aber es wird! Ich bin zuversichtlich, die sind schon mal über die komplette Brücke gegangen, das ist schon mal wichtig. Die haben jetzt halt noch Angst ins Freie zu gehen, weil sie es nicht gewohnt sind.“

Tag zwei auf der Hühnerbrücke

Tagsdrauf ändern die Spegels ihre Taktik. Die Praktikantin kriecht über die Brücke voraus und lockt die Hühner. Und es hat einen Grund, dass die Praktikantin die Hühner lockt und nicht der Landwirt: "Die ist jeden Tag bei den Hühnern. Die betreut eigentlich unseren Stall fast ausschließlich und die Tiere sind sie einfach mehr gewöhnt als mich, die kennen die, die haben keine Angst vor ihr!“ Doch erst als der Landwirt hinterher klettert und ein Dutzend Hühner vor sich hertreibt, laufen die Hennen über Bayerns erste Hühnerbrücke hinaus auf ihre Wiese.

Mission Hühnertreppe erfolgreich abgeschlossen

Ein paar Tage später sieht es dann schon ganz anders aus. Während unten der Verkehr rollt, flanieren oben die Hühner wie selbstverständlich über die Brücke. Entspannt schaut Yuliya Spegel den Hennen auf der Wiese zu: „Ich fühl mich erleichtert, dass es geklappt hat, auch stolz. Wir sind happy und stolz drauf, dass es funktioniert!“