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Die Konstitutionssäule in Gaibach
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Die Konstitutionssäule in Gaibach

Um die Bedeutung zu verstehen, die die Verfassung für das bayerische Volk hatte, muss man ein paar Jahrhunderte zurückblicken. Denn die Geschichte Bayerns ist eng mit den Wittelsbachern verknüpft, einem der ältesten deutschen Adelshäuser. Ab 1180 entstammten diesem Geschlecht zahlreiche Herzöge und Kurfürsten, die über den heutigen Freistaat herrschten. Mit der Unterstützung Napoleons wurde das Kurfürstentum Kurpfalz-Bayern zum Königreich erhoben und Maximilian I. Joseph – er entstammte einer Pfälzer Seitenlinie der Wittelsbacher – am 1. Januar 1806 zum König proklamiert.

Von der Konstitution von 1808 zur Verfassung von 1818

Am 1. Oktober 1808 trat die Bayerische Konstitution in Kraft, die erste verfassungsmäßige Grundlage des neuen Königreichs. Sie gründete auf den Idealen der Französischen Revolution. Die Bürger bekamen Grundrechte garantiert, außerdem sollten ausgewählte Bürger bei der Gesetzgebung und der Steuerpolitik mitwirken. Das darüber hinaus vorgesehene Parlament, das eine beratende Kompetenz haben sollte, wurde nie einberufen.

Trotzdem: Die Basis war geschaffen. Und so war die Verfassung des Königreichs Bayern, erlassen am 26. Mai 1818, eine logische Weiterentwicklung der Bayerischen Konstitution. König Max I. Joseph schränkte seine Macht ein, indem er gewählten Volksvertretern Mitspracherechte in einer aus zwei Kammern bestehenden Ständeversammlung zugestand.

Der Bau der Konstitutionssäule

Zurück nach Gaibach. Im dortigen Schloss lebte zu jener Zeit Franz Erwein Graf von Schönborn-Wiesentheid. Aus Freude über die Bayerische Verfassung ließ er zwischen 1821 und 1828 die Konstitutionssäule errichten - nach Plänen des Baumeisters Leo von Klenze. Er fertigte das Denkmal nach dem Vorbild der Trajanssäule in Rom.

Eingeweiht wurde die Konstitutionssäule am 22. August 1828. Unter den Ehrengästen war auch König Ludwig I., Sohn des 1825 verstorbenen Max I. Joseph. Ebenfalls 1828 wurde der Konstitutionssaal im Schloss vollendet. Dort schreiben heute die Schüler des Internats ihr Abitur, außerdem wird der prunkvolle Raum für verschiedene Festlichkeiten genutzt.