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Die Engel vom Busbahnhof | BR24

© BR/Alex Brutscher

Flüchtlingshelfer am ZOB in München

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    Die Engel vom Busbahnhof

    Am Münchner Hauptbahnhof kommen kaum noch Flüchtlinge an, anders am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB): Dort kümmern sich Helfer, die sogenannten ZOB Angels, um Flüchtlinge, die jede Nacht stundenlang in der Kälte warten, um ihre Reise fortzusetzen.

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    Er hat nur einen dünnen Pulli an. Gerade hat es etwa acht Grad. Nun steht der junge Mann aus Algerien beim Stand der "ZOB Angels" und hofft, dass man ihm dort helfen kann. Dank der Kleiderspenden, die die private Initiative zusammengetragen hat, findet er etwas.

    Die junge Helferin heißt Rauschan und kommt ursprünglich aus dem Irak. Sie lebt schon seit sechs Jahren in Deutschland. Im Moment macht sie eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten und hilft seit mehreren Tagen hier am ZOB mit.

    "Ich bin selber als Asylsuchende hierhergekommen. Ich mach das einfach, weil die Menschen Hilfe brauchen." Rauschan Ziad Sabri, Helferin

    Bei den ZOB Angels organisieren sich etwa 600 Helfer über Schichtpläne. Jeden Abend sind einige von ihnen hier - immer von 18 bis 24 Uhr. Dabei werden die Flüchtlinge mit dem Nötigsten versorgt: warme Kleidung, Suppen, heiße Getränke - alles gegen die Kälte. Mittlerweile kocht die Münchner Volksküche für die Flüchtlinge hier mit. Jede Nacht kommen zwischen 50 und 150 an, sagen die Helfer. Viele von ihnen tragen nicht die passende Kleidung und frieren. Sogar einige mit kurzen Hosen sind dabei. Viele von ihnen werden krank. Für die medizinische Versorgung kommt montags und mittwochs ein Team der "Ärzte der Welt" vorbei.

    Kälte, Hunger, Warten

    Viele der Menschen, die hier am Busbahnhof sind, müssen lange warten, um weiterreisen zu können. So wie eine Mutter aus Syrien mit ihren zwei Kindern, die schon seit mehreren Stunden hier ausharrt, um dann mit dem Bus zu Bekannten nach Norddeutschland zu fahren: "Wir sind schon lange unterwegs und mussten sogar über das Meer, unser Leben war in Gefahr", sagt sie. Slowenische Behörden sagten am Freitag, dass über 14.000 Flüchtlinge auf der Durchreise nach Österreich und Deutschland sind. Die Bundespolizei ist nach eigenen Angaben aber auf eine möglicherweise hohe Zahl an neu ankommenden Flüchtlingen am Wochenende vorbereitet. Und die ZOB Angels sicherlich auch.