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Die Augsburger Tafel in Corona-Pandemie-Zeiten | BR24

© BR/Susanne Hofmann

Wegen der Ansteckungsgefahr mit Corona-Viren verteilt die Augsburger Tafel die Lebensmittel nur noch in vorbereiteten Plastiktüten, so dass die Bedürftigen keine Auswahlmöglichkeit mehr haben. Eine schwierige Situation, vor allem für die Bedürftigen.

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Die Augsburger Tafel in Corona-Pandemie-Zeiten

Wegen der Ansteckungsgefahr mit Corona-Viren verteilt die Augsburger Tafel die Lebensmittel nur noch in vorbereiteten Plastiktüten, so dass die Bedürftigen keine Auswahlmöglichkeit mehr haben. Eine schwierige Situation, vor allem für die Bedürftigen.

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Wegen Corona konnten die Mitarbeiter der Augsburger Tafel in den letzten Monaten keine Lebensmittel von den Supermärkten einsammeln, sondern haben eigens Lebensmittel gekauft, um sie dann an die Bedürftigen auszugeben, und zwar in abgepackten Tüten. Das heißt, die Tafelbesucher konnten sich ihre Ware nicht aussuchen. Frisches Obst und Gemüse gab es praktisch gar nicht.

Tafel-Besucher könnten bald wieder Lebensmittel auswählen dürfen

Das könnte sich aber in den kommenden Wochen ändern, denn die ersten Märkte haben angefragt, wann die Tafel wieder zum Abholen kommt. Die Mitarbeiter wollen dann auch die Tüten zumindest so sortieren, dass Senioren keine Babynahrung oder Muslime keine Schweinefleisch bekommen. Zur Zeit ist die Augsburger Tafel auf der Suche nach einer neuen Lagerhalle. Die sollte zwischen 700 bis 1.000 Quadratmeter groß sein, befahrbar, verkehrsgünstig gelegen und für den Verein bezahlbar sein.

Immer mehr Menschen kommen zur Tafel in Augsburg

Rund 4.000 Menschen sind für ihre Lebensmittelversorgung auf die Hilfe der Augsburger Tafel angewiesen. Ein Vielfaches der Anzahl derer, die in den Anfangsjahren zur Tafel kamen. Das war 1996. Damals fuhren eine Handvoll Engagierte in ihren Privatautos Lebensmittel aus, zum Beispiel zum Sozialdienst Katholischer Männer oder ins Frauenhaus. Heute ist die Tafel professionell organisiert, hat sechs Ausgabestellen und besitzt spezielle Kühlfahrzeuge.

Rund 200 Mitarbeiter versorgen Menschen aller Altersgruppen und aus 30 verschiedenen Herkunftsländern mit Lebensmitteln. Die Zahl der Bedürftigen ist allein in den vergangenen 10 Jahren von rund 3.000 auf rund 4.000 gestiegen. Unter ihnen sind rund 1.200 Kinder und Jugendliche, viele haben alleinerziehende Mütter. Und in den letzten Jahren kommen zunehmend alte Menschen, die von ihrer Rente nicht leben können.

Sozialministerin Trautner besucht die Tafel in Augsburg

Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner besucht am Freitag, 12.6.2020, gemeinsam mit der Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber und Peter Zilles, dem Vorsitzenden der Tafel Bayern, sowie Max Strehle, dem Schirmherrn der Tafel Augsburg, die Augsburger Tafel im Stadtteil Oberhausen. Trautner möchte sich über deren Arbeit informieren.