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Heimatminister Füracker hat 14 Vereine für ihre Verdienste für die Dialektpflege und Dialektforschung ausgezeichnet.

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"Dialekt schafft Geborgenheit": Vereine für Dialektpflege geehrt

"Dialekt schafft Geborgenheit": Vereine für Dialektpflege geehrt

Erstmals sind im Rahmen der Dialektpreise Bayern auch Vereine und Gruppen geehrt worden. In einer Sonderkategorie zeichnete Heimatminister Albert Füracker (CSU) Vereine für ihre Verdienste in der Dialektpflege und -forschung aus. Nicht ohne Humor.

Dialekt und Humor – das scheint Hand in Hand zu gehen. Und so ging die Verleihung des Dialektpreises Bayern 2022 in der Sonderkategorie Vereine mit einer guten Portion Humor über die Bühne. Moderatorin Marion Schieder begann den Abend mit einer Anekdote. Mit ihr als Oberpfälzerin und ihrem fränkischen Mann sei schon mal klar, dass ihr Kind zweisprachig aufwachse. Zudem wohnten sie in Oberbayern, die Erzieherin ist Niederbayerin – beste Voraussetzungen für eine Sprachbegabung. Die Erzieherin meinte aber: das Kind bräuchte einen Deutschkurs. Darauf habe Marion Schieder geantwortet: "Nein, das machen wir nicht."

Dialekt ohne Diskriminierung

Und so sollte die Verleihung der Dialektpreise auch verstanden werden: Dass die Menschen stolz auf ihren Dialekt und damit ihre Herkunft sein sollten, so Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) bei seiner Begrüßungsrede. "Niemand darf aufgrund seines Dialektes diskriminiert werden", so der Minister. Auch er schickte eine Anekdote voraus. So habe seine Mutter immer wieder in der Schule antreten müssen, "weil der Bub nicht ordentlich spricht", so Füracker. Damals habe man gemeint, die Kinder umerziehen zu müssen. Das sei heute nicht mehr der Fall. "Der Dialekt ist die Sprache der Heimat und Heimat ist der Ort, an dem man sich verstanden fühlt".

Erstmals Vereine als Preisträger des Dialektpreises

Insgesamt 14 Vereine haben den "Dialektpreis Bayern für Dialektvereine 2022“ im Bayerischen Heimatministerium in Nürnberg verliehen bekommen. Der Preis ist eine Auszeichnung für ihre besonderen regionalen Verdienste um die Dialektpflege und -forschung, teilt das Ministerium mit. Nachdem im Juli bereits die individuellen Dialektpreise verliehen worden waren, werden damit in einer Sonderkategorie zum ersten Mal auch Vereine für ihre Arbeit geehrt. "Intaktes Vereinsleben und Engagement im Ehrenamt halten unsere Gesellschaft und unser Land zusammen. Der Dialekt als gemeinsames Interesse schafft Zusammengehörigkeit", Füracker zur Begründung der Sonderkategorie.

Botschafter der bayerischen Dialekte

So zeichneten sich die Preisträger-Vereine durch ihre Vielseitigkeit und Individualität in der Vereinsarbeit aus. Sie unterschieden sich zwar ihrer thematischen oder regionalen Ausrichtung, so Füracker weiter. Ihr vorbildliches Engagement mache aber alle Vereinsmitglieder zu Botschafterinnen und Botschafter der Dialekte in Bayern. Der Preis ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert.

Schwergewichte der Dialektpflege

Preisträger sind unter anderem der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte, den das Heimatministerium mit seinen aktuell 3.000 Mitgliederinnen und Mitglieder als "Schwergewicht in der Dialektpflege" bezeichnet. Der Verein habe sich den Erhalt und die Förderung der bairischen Hochsprache, Dialekte und Mundarten in Kultur, Brauchtum und Erziehung zum Ziel gesetzt, heißt es weiter.

Neben weiteren gesamtbayerischen Vereinen wurde die Arbeitsgemeinschaft Mundart-Theater Franken geehrt. Mit der "Gesamtfränkischen Mundart-Theater-Idee" besinne sich der Verein auf original fränkische Theaterstücke, Spielgruppen, Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Inhalte, begründet das Ministerium die Entscheidung.

14 Vereine für ihr Engagement ausgezeichnet

Die weiteren Preisträger sind: Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau, MundArtFreunde Bayern, Münchner Turmschreiber, Freunde der Literatur in Bayern, meiVEREIN, Bund Bairische Sprache, Johann-Andreas-Schmeller-Gesellschaft, Freundeskreis Sudetendeutscher Mundarten, Verein zur Bewahrung des unterfränkischen Dialektes, Förderverein mundART Allgäu, Verein Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten und die Matzenhofer Schwabengilde.

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Zum ersten Mal wurden im Rahmen des Dialektpreises Bayern auch Vereine in einer neuen Sonderkategorie für ihre Verdienste ausgezeichnet.

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