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Diakonie Neuendettelsau verkauft Schloss Himmelkron | BR24

© Diakonie Neuendettelsau

Schloss Himmelkron

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    Diakonie Neuendettelsau verkauft Schloss Himmelkron

    Die Diakonie Neuendettelsau verkauft das ehemalige Zisterzienserinnenkloster in Himmelkron. Ein privater Investor wird neuer Besitzer des einstigen Schlosses, das seit fast 130 Jahren als Wohnstätte für Menschen mit psychischer Behinderung dient.

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    Für die Bewohner, die Mitarbeitenden und die Gemeinde Himmelkron ändert sich aber zunächst nur wenig, teilt die Diakonie Neuendettelsau in einer Pressemitteilung mit.

    Stillschweigen über Investor und Kaufpreis

    Bei dem Käufer handele es sich um einen vertrauenswürdigen und erfahrenen Investor aus Oberfranken, der vorerst jedoch ungenannt bleiben wolle. Auch über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Betrag liege aber unter den rund 3,3 Millionen Euro, für die vor einigen Jahren die Immobile über einen Makler im Internet angeboten worden war. Ein konkretes Konzept über die künftige Nutzung gebe es noch nicht, aber es solle eine nachhaltige Nutzung sein:

    "Das Schlimmste wäre ja, wenn eine solche Immobilie nicht mehr genutzt würde und verfällt." Mathias Hartmann, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Neuendettelsau

    Diakonie ist künftig Mieter

    Nach dem Verkauf werde die Diakonie für einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren noch Mieter der Wohnheime bleiben, bis alle Bewohner ein neues Domizil in dezentralen Wohngruppen gefunden hätten. Mit dem Inkrafttreten der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung im Jahr 2007 hat die Forderung, dezentrale Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung zu schaffen, weiter an Bedeutung gewonnen.

    Großeinrichtungen wie in Himmelkron, wo etwa 400 Menschen mit Behinderung leben, gelten daher nicht mehr als zukunftsweisend. Dazu kommt, dass die Räume im Schloss nicht mehr den einschlägigen gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Weitere Veränderungen bringt das Bundesteilhabegesetz mit sich. Künftig erhalten Menschen mit Behinderung selbst die finanziellen Mittel, mit denen Sie ihre Wohnung und Verpflegung bezahlen. Nur die Betreuung wird noch über die Eingliederungshilfe finanziert.

    "Menschen mit Behinderung und ihre Familien haben heute klare Vorstellungen davon, wie sie wohnen wollen. Deshalb brauchen wir attraktive Wohnangebote, um im Wettbewerb bestehen zu können." Jürgen Zenker, Vorstand Dienste für Menschen bei der Diakonie Neuendettelsau

    Mittelfristig sollen neue Wohnhäuser für Menschen mit Behinderung gebaut werden

    Ziel ist es, die 154 Wohnplätze im Schloss innerhalb der kommenden Jahre komplett zu räumen. Stattdessen werden sieben neue Häuser an verschiedenen Standorten in Oberfranken gebraucht, in denen jeweils 24 Menschen leben. Wann das Projekt abgeschlossen sein wird, hängt in erster Linie davon ab, wie schnell die dafür notwendigen staatlichen Zuschüsse fließen, heißt es.