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Diakoneo in Neuendettelsau will Menschen aus Moria aufnehmen | BR24

© dpa-Bildfunk/Petros Giannakouris

Ein Junge zieht einen Müllcontainer, in dem ein Kind sitzt. Migranten gehen in großen Gruppen ins neue Lager von Lesbos

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    Diakoneo in Neuendettelsau will Menschen aus Moria aufnehmen

    Der diakonische Träger Diakoneo und die Gemeinde Neuendettelsau bieten schnelle und unbürokratische Hilfe für Flüchtlinge aus dem griechischen Flüchtlingslager Moria an. Doch die Flüchtlinge werden vorerst nicht aus Griechenland ausreisen dürfen.

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    Durch den verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos sind knapp 13.000 Menschen obdachlos geworden. In einem neu errichtet Lager sind inzwischen 9.000 Geflüchtete notdürftig untergekommen. Auch dieses stößt mittlerweile an die Kapazitätsgrenze.

    "Nicht auf europäische Lösung warten"

    Der diakonische Träger Diakaneo will deswegen helfen und Geflüchtete aus Moria aufnehmen. Wie eine Sprecherin von Diakoneo mitteilt, könnten die Menschen beispielsweise im Hans-Laurer-Haus in Neuendettelsau untergebracht werden. "Wenn sich Menschen in Not befinden, dürfen wir nicht auf die große europäische Lösung warten, sondern müssen in der Akutsituation reagieren und helfen", sagt Mathias Hartmann, Vorstandsvorsitzender von Diakoneo.

    Diakoneo betreibt zwei Flüchtlingsunterkünfte

    Sowohl er als auch Neuendettelsaus Bürgermeister Christoph Schmoll seien im Austausch mit den zuständigen Behörden um zu prüfen, wo und wie geholfen werden kann. Bereits bei der großen Flüchtlingsbewegungen im Jahr 2015 hatte das Diakoneo auf Bitte der Regierung von Mittelfranken eine große Zahl an Flüchtlingen aufgenommen und betreut. Bis heute befinden sich zwei Flüchtlingsunterkünfte in Händen von Diakoneo.

    Deutschland will 1.500 Flüchtlinge aufnehmen

    Die Bundesregierung hat mittlerweile angekündigt, 1.500 Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen. Länder und Kommunen dürfen nicht selbst entscheiden, ob und wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen. Diese Entscheidung liegt beim Bund. Ein entsprechender Vorstoß im Bundesrat, dass Kommunen und Länder mehr Befugnisse erhalten, war vor wenigen Tagen gescheitert.

    Griechische Regierung will Flüchtlinge nicht ausreisen lassen

    Und auch wenn Deutschland sich bereit erklärt hat, 1.500 Geflüchtete aufzunehmen, wird der Traum der obdachlosen Flüchtlinge vorerst nicht wahr werden. Die griechische Regierung will keinen einzigen Flüchtling aus Moria ausreisen lassen. Der griechische Ministerpräsident wolle sich "nicht erpressen lassen" und will die Menschen deshalb in neuen, provisorischen Lagern unterbringen.

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