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Landtag diskutiert über Reaktivierung von Bahn-Nebenstrecken | BR24

© BR/Lorenz Storch

Nicht immer lohnt es sich alte Bahnstrecken wieder zu beleben. Eine Nachfrage von mehr als 1.000 Reisenden ist für das Verkehrsministerium die untere Grenze. Heute geht es im Landtag um die Frage, welche Strecken als reaktivierungswürdig gelten.

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Landtag diskutiert über Reaktivierung von Bahn-Nebenstrecken

Nicht immer lohnt es sich alte Bahnstrecken wieder zu beleben. Eine Nachfrage von mehr als 1.000 Reisenden ist für das Verkehrsministerium die untere Grenze. Heute geht es im Landtag um die Frage, welche Strecken als reaktivierungswürdig gelten.

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Mindestens 1.000 Reisende pro Werktag sollten es schon sein. Darauf besteht das bayerische Verkehrsministerium, wenn es um die Frage geht, ob eine Bahnstrecke im Freistaat reaktiviert wird oder nicht. Die Strecke Viechtach-Gotteszell im Bayerischen Wald etwa scheitert im Probebetrieb bisher an dieser Hürde.

Verkehrsministerium achtet auf den ökologischen Fußabdruck

Heute berichten Deutsche Bahn und Verkehrsministerium im Verkehrsausschuss des Landtags, welche Bahnstrecken als reaktivierungswürdig gelten - die Folge eines Antrags der SPD.

"Stillgelegte Bahnstrecken aus ihrem Dornröschenschlaf holen - für gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern", haben die Sozialdemokraten ihren Antrag überschrieben. Sie stellen die Frage, ob das 1.000-Passagiere-Kriterium wirklich sinnvoll ist. Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) sagte auf BR-Anfrage, dass die Staatsregierung bei Reaktivierungen vor allem auf den ökologischen Fußabdruck achtet: "Wenn laut Prognose keine 1.000 Reisenden pro Werktag den Zug nutzen, das heißt nicht durchschnittlich 25 Fahrgäste im Zug sitzen, ist es wesentlich umweltfreundlicher einen Bus entlang der Strecke statt eine Diesellok einzusetzen."

Konkrete Pläne bei drei Strecken

Die Grünen halten es bei insgesamt 18 Strecken für realistisch, dass der Bahnverkehr wiederaufgenommen werden könnte. Sie haben an die Staatsregierung eine Anfrage gestellt, die Anfang September beantwortet wurde. Das Ergebnis: Bei nur drei der von den Grünen favorisierten Strecken gibt es bisher konkrete Pläne.

So soll etwa die Verbindung Gessertshausen-Langenneufach in Schwaben Ende 2022 wieder in Betrieb gehen. Spätestens 2024 sollen auch über die mittelfränkische Strecke Gunzenhausen-Wassertrüdingen wieder Züge fahren. Auch die seit langem diskutierte Verlängerung der Münchner S-Bahn-Linie 7 von Wolfratshausen bis Geretsried soll in knapp zehn Jahren fertig sein.

Deutschlandweites Combeback stillgelegter Schienen gefordert

Deutschlandweit wollen immer mehr Umweltschützer stillgelegte Bahnstrecken reaktivieren. Jahrzehntelang ist der Anteil des Schienenverkehrs gesunken. Die Verkehrsplaner hatten auf das Auto gesetzt. Mittlerweile ist eine Kehrtwende zu verzeichnen.