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Söder und FC Bayern eröffnen Fußballschule in Äthiopien | BR24

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Der FC Bayern München hat seine erste Fußballschule in Afrika eröffnet - im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Am dritten Tag seiner Äthiopien-Reise trifft Söder zudem mit der Staatspräsidentin des Landes zusammen.

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Söder und FC Bayern eröffnen Fußballschule in Äthiopien

Der FC Bayern München hat seine erste Fußballschule in Afrika eröffnet - im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Am dritten Tag seiner Äthiopien-Reise trifft Söder zudem mit der Staatspräsidentin des Landes zusammen.

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Mit Giovane Elber kann es der Ministerpräsident nicht aufnehmen. Der Ex-Fußball-Profi zeigt, dass er auch mehr als ein Jahrzehnt nach seinem Karriere-Ende noch so manches Kunststück mit dem Ball beherrscht. Auch Markus Söder wagt sich zwar an den Ball, begnügt sich aber mit deutlich einfacheren Ballübungen. Der 1. FC Nürnberg Fan Söder ist aber auch nicht zum Fußball-Spielen in Addis-Abeba-Stadion gekommen, sondern um eine Fußballschule des FC Bayern München zu eröffnen.

Neben FC-Bayern-Markenbotschafter Elber ist auch FC-Bayern-Vorstand Jörg Wacker mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder nach Äthiopien gereist. Der deutsche Rekordmeister will nun auch auf dem afrikanischen Kontinent Fuß fassen - die Fußballschule in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ist die erste des FC Bayern in Afrika. Weitere Niederlassungen betreibt der Verein in den USA, China, Thailand, Japan und Singapur.

FC Bayern will für äthiopische Fans "anfassbar" werden

Wacker begründet den Schritt mit der Fußballbegeisterung der Äthiopier: Es sei ein fußballverrücktes Land. "Fußball ist hier die Sportart Nummer eins. Ich bin gestern zum Fußballplatz hier gelaufen und habe mir das angeschaut. Ich habe noch nie so viele unterschiedliche Trikots gesehen."

Der Münchner Club verfolgt aber auch wirtschaftliche Interessen. Es gehe nicht nur darum, Fußballspieler für den Profibetrieb zu finden, sagt Wacker und betont: "Es geht auch darum, unsere Marke in den Markt zu tragen. Anfassbar zu werden für unsere Fans."

"Die Leute kennen den FC Bayern"

Söder bezeichnet den Fußball als eine Brücke zwischen den Kulturen. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt. "In Äthiopien gibt's Tausende junge Menschen, die Fußball spielen wollen, deswegen sind wir hier", sagt Ex-Bayern-Spieler Elber. "Das Ziel hier ist nicht, dass sie Profis werden, sondern dass sie lernen, durch den Sport ins Leben zu kommen."

Der Ex-Profi zeigt sich überrascht von der Fußballbegeisterung in Äthiopien. "Das hätte ich nicht gedacht", sagt er. "Ich bin zum ersten Mal hier - und die Leute kennen den FC Bayern hier sehr." Auch Elber selbst ist so manchem in Addis Abeba ein Begriff: "Ich bin kurz durch die Straße gelaufen, und die wussten wer ich bin."

Söder trifft Staatspräsidentin

Anschließend trifft Söder mit der äthiopischen Staatspräsidentin Sahle-Work Zewde zusammen und zieht eine erste Bilanz seiner Reise. Wenn man nicht verstehe, dass die Welt enger zusammengewachsen sei als je zuvor, werde man die Zukunft nicht mehr gestalten können. "Wir spüren doch jeden Tag, dass wir eine Welt sind", betont der CSU-Politiker und fügt hinzu: "Dann muss man diesen Eine-Welt-Gedanken leben."

Jetzt gelte es, die neue Afrikapolitik mit Leben zu füllen. Das gehe aber nur ist vielen kleinen Schritten, fügt der Ministerpräsident hinzu.

Lob von Dorothee Bär, Kritik der SPD

Söder ist seit Sonntag in Äthiopien, eröffnete dort ein bayerisches Büro und machte sich in einem Flüchtlingscamp ein Bild von der dortigen Situation. Die Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, Dorothee Bär (CSU), wertete Söders Reise jetzt schon als Erfolg. Die Eröffnung des bayerischen Büros und der Fußballschule seien "sehr gute Nachrichten für Äthiopien", schrieb sie auf Twitter.

Dagegen sprach der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn von einer PR-Reise Söders. Auf Twitter äußerte er Zweifel daran, dass es den Menschen in Äthiopien etwas bringe, wenn Söder "mit Entourage dort herumfährt und symbolische Politik macht".

Morgen kehrt der Ministerpräsident mit seiner Delegation wieder zurück nach München.

© BR/Nikolaus Neumaier

Markus Söder, Jörg Wacker und Giovane Elber