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Zum Tag der Arbeit beklagt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in Bayern. Etwa eine Million Menschen im Freistaat arbeiteten für weniger als den Niedriglohn von 11,21 Euro, drei Viertel davon seien Frauen.

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DGB beklagt zunehmende soziale Schieflage in Bayern

Zum Tag der Arbeit beklagt der Deutsche Gewerkschaftsbund eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in Bayern. Etwa eine Million Menschen im Freistaat arbeiteten für weniger als den Niedriglohn von 11,21 Euro, drei Viertel davon seien Frauen.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Birgit Harprath

Zum zweiten Mal steht der Tag der Arbeit im Zeichen der Corona-Krise. Sie hat bei bundesweiten Mai-Kundgebungen eine wichtige Rolle gespielt - oder führte dazu, dass Kundgebungen, wie in Augsburg, ganz abgesagt wurden. In München dagegen fand eine Gewerkschaftskundgebung statt: auf dem Königsplatz mit mehreren Hundert Teilnehmern.

Kein Virus der Welt nehme den Gewerkschaften den 1. Mai weg, zeigte sich Jörg Hofmann, erster Vorsitzender der IG Metall, kämpferisch. In München rief er zur Solidarität in der Pandemie mit denen auf, die zu den Verlierern gehörten. Der Wachstumsmotor springe nur dann an, wenn Beschäftigte mehr Geld zur Verfügung hätten.

"Hohe Dividenden und Managergehälter haben noch nie für eine gute Konjunktur gesorgt." Jörg Hofmann, erster Vorsitzender IG Metall

Die Industrie "fair-wandeln"

Hofmann wies auch auf den jüngsten Sozialbericht hin – demnach sei die Ungleichheit in Deutschland größer geworden – Corona habe das noch verschärft. Der Chef der IG Metall machte sich für eine Vermögenssteuer und eine höhere Erbschaftssteuer stark. Bei der Transformation der Industrie gehe es um einen "Fairwandel". Dieser müsse sozial, ökologisch und auch demokratisch gestaltet werden.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, wollte eigentlich bei der kurzfristig abgesagten Kundgebung in Augsburg sprechen. Er nahm stattdessen eine Videobotschaft auf: Er forderte, Vermögensmillionäre stärker zur Finanzierung von staatlichen Aufgaben wie Bildung, Gesundheitswesen und digitaler Infrastruktur heranzuziehen. Gleichzeitig warf Horn Querdenkern und Coronaleugnern vor, sich mit Rechtsextremen zu verbünden.

DGB: Mit Lichtgeschwindigkeit zurück in alte Rollenbilder

Der Deutsche Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern warnte ebenfalls vor einer sozialen Schieflage.

"Corona schleudert Frauen und Familien mit Lichtgeschwindigkeit zurück in alte Rollenbilder", sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Verena di Pasquale laut Redemanuskript in Kösching bei Ingolstadt:

"Es sind die Frauen, die ihre Familien durch die Pandemie steuern, mit unbezahlter Familienarbeit und oft auf Kosten ihrer Einkommen." Verena di Pasquale, DGB-Bayern
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In München hatten die Gewerkschaften zur Kundgebung auf den Königsplatz geladen. Dort forderte IG-Metall-Chef Hofmann Löhne und Gehälter aufzuwerten; um die Pandemie-Folgen auszugleichen.

Solidarität in der Corona-Pandemie gefordert

Bei der zentralen DGB-Kundgebung in Hamburg forderte DGB-Chef Reiner Hoffmann gerade angesichts der Herausforderungen in der Corona-Pandemie zur Solidarität in der Gesellschaft auf. "In den vergangenen Monaten haben Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte dafür gekämpft, dass soziale Härten abgefedert und viele Jobs gesichert wurden", sagte der DGB-Chef.

Verbindliche Regeln für das Homeoffice durchgesetzt

Die Gewerkschaften hätten sich erfolgreich für mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz eingesetzt und dafür gesorgt, dass verbindliche Regeln fürs Homeoffice gelten, bilanzierte Hoffmann. Auch die Unterstützung für Familien sei verbessert und das Kurzarbeitergeld auf Druck der Gewerkschaften verlängert und erhöht worden.

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Der IG Metall-Bundesvorsitzende Jörg Hofmann warnte bei einer Veranstaltung auf dem Münchner Königsplatz vor einer Transformation der Arbeitsgesellschaft durch die Digitalisierung, die die Gesellschaft zu spalten droht in Gewinner und Verlierer.

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