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Deutschland-Kurier
© Jürgen P. Lang / BR

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Jürgen P. Lang
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Deutschland-Kurier

Zuletzt sorgte der "Deutschland-Kurier" als Beilage zum Aschaffenburger "PrimaSonntag" (BR24 berichtete) und zur Oberpfälzer Wochenzeitung (OWZ) im Raum Amberg/Sulzbach für Verwunderung und Verärgerung bei Lesern. Offenbar haben die Verlage bislang die Beilagen keiner genaueren Prüfung unterzogen. Was den Wochenblättern beiliegt, wird meist über eine Verteilfirma abgewickelt, die wiederum Aufträge von einer Agentur bekommt.

Prüfung nur auf grobe Rechtsverletzungen

Im Fall der OWZ teilten der Verlag "Oberpfalz Medien" und das Regensburger Verteilzentrum gegenüber BR24 gleichlautend mit: "Verteilaufträge werden bei uns einer Prüfung hinsichtlich grober und unschwer erkennbarer Rechtsverletzungen unterzogen." Die Regensburger Firma kündigte nun an, den Verteilauftrag für den "Deutschland Kurier" juristisch zu prüfen.

OWZ kündigt weitere Erscheinungstermine

Die OWZ-Geschäftsführung schrieb im Anschluss an die Nachfrage von BR24 an die Leser, man bedauere die Verteilung der Beilage: "Alle zukünftigen Erscheinungstermine haben wir abgesagt." Der "Deutschland Kurier" sollte der OWZ also noch öfter beiliegen. Auch das "Funkhaus Aschaffenburg", zu dem der "PrimaSonntag" gehört, distanzierte sich nachdrücklich von der Beilage.

Hohe Auflagen

Das Rechtsaußen-Blatt hat offenbar einen effizienten Weg gefunden, größere Mengen seiner Ausgaben sonntags praktisch direkt vor die Haustür zu bekommen. Dass die Aufmachung der "Bild"-Zeitung ähnelt, ist wohl Teil der Strategie. Nach Angaben der "Oberpfalz Medien" betrug die verteilte Auflage 15.000 Exemplare. In Aschaffenburg waren es 30.000.

Schützenhilfe für die AfD

Herausgegeben wird der "Deutschland-Kurier" von einer dubiosen Organisation namens "Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten", die der AfD unter anderem im Bundestagswahlkampf mit einer millionenschweren Kampagne Schützenhilfe geleistet hatte. Mit dem Vorwurf der illegalen Wahlkampffinanzierung konfrontiert, distanzierte sich die Partei von dem Verein.

AfD-Funktionäre unter den Autoren

Die Macher des "Deutschland-Kurier" ficht das nicht an. Unverdrossen zieht ihre Agitation dieselben Register wie die AfD und ihr Umfeld. In der jüngsten Ausgabe ist Angela Merkel in Zwangsjacke abgebildet. In den gedruckten und in Online-Beiträgen schimpft man auf "Altparteien" und "Systempresse". Ein sogenannter "Faktencheck" will "Die 7 größten Lügen über die AfD" entlarven.

Politiker der Partei nutzten das Blatt als Forum. Die Website der "Deutschland Kurier" verzeichnet Erika Steinbach als Autorin. Und der Dingolfinger AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Protschka schrieb häufig für den Kurier.