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Deutsches Museum: Sibler prüft Folgen nach Architekten-Pleite | BR24

© dpa-Bildfunk

Deutsches Museum in München

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    Deutsches Museum: Sibler prüft Folgen nach Architekten-Pleite

    Letzte Woche war bekannt geworden, dass das mit der Sanierung des Deutschen Museums in München beauftragte Architekturbüro insolvent ist. Nun will Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler Konsequenzen prüfen. Befürchtet werden höhere Kosten.

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    Erst im Januar hatte Bernd Sibler (CSU) die Baustelle des Deutschen Museums in München besucht und voller Optimismus verkündet, man wolle das Museum für die Zukunft aufstellen. Jetzt gibt es Probleme bei der Sanierung.

    Anlässlich der Insolvenz der für die Renovierung zuständigen Architekten sagte Sibler, dass sich der Freistaat seiner Verantwortung für diesen Publikumsmagneten und international beachteten Schatz an Meisterwerken bewusst sei und mit den Verantwortlichen des Museums und seinen Gremien in ständigem Austausch stehe.

    "Eventuelle Konsequenzen müssen selbstverständlich gründlich geprüft und aufgearbeitet werden. Das wird auch sehr rasch geschehen. Öffentliche Spekulationen helfen allerdings nicht weiter." Bernd Sibler

    Münchner Architekturbüro steckt in Insolvenz

    Das mit der Planung beauftragte Münchner Architekturbüro Schmidt-Schicketanz und Partner (SSP) ist insolvent. Darüber hatte vergangene Woche zunächst die "Abendzeitung" berichtet und sich dabei auf eine Pressemitteilung des Insolvenzverwalters Axel Bierbach bezogen. Demnach hat das Architekturbüro am Donnerstag Insolvenzantrag "aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit" gestellt. Als Grund wurden Differenzen mit dem Auftraggeber Deutsches Museum über Honorarforderungen im Zuge der Generalsanierung des Sammlungsbaus genannt.

    Auswirkungen auf Sanierung noch ungewiss

    Derzeit ist noch unklar, wie sich die Insolvenz von SSP auf die Sanierung auswirken wird. Experten zufolge könnte eine neue Ausschreibung drohen, was zu jahrelangen Verzögerungen und weiteren Kostensteigerungen führen könnte.

    "Ja, die Insolvenz ist ein Problem", bestätigte Gerrit Faust, Sprecher des Deutschen Museums, der "Süddeutschen Zeitung". Man sei aber guter Hoffnung, dass man möglichst bald eine Lösung finden und Stillstand auf der Baustelle verhindern könne, so der Museumssprecher.

    Nach Ostern sind offenbar Gespräche mit Schmidt-Schicketanz und Partner und dem Insolvenzverwalter geplant.

    Wiedereröffnung zum 100-jährigen Jubiläum angedacht

    Erst im Februar war bekannt geworden, dass die Generalsanierung deutlich teurer wird als ursprünglich geplant. Statt der veranschlagten 450 Millionen Euro seien 600 Millionen Euro zu erwarten, hieß es.

    Fraglich ist, ob der Zeitplan für die Sanierung noch gehalten werden kann. Eigentlich wollen die Verantwortlichen das teilweise gesperrte Museum an der Isar zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 2025 wieder eröffnen.