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Die 34-jährige Lena Büttner ist Lehrerin an einem Nürnberger Gymnasium. Sie ist besonders engagiert und motiviert. Deswegen wurde sie unter 5.000 abstimmenden Schülern und Schülerinnen zur fähigsten Lehrerin Deutschlands ausgezeichnet.

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Deutscher Lehrerpreis geht an Nürnberger Pädagogin

Die Nürnberger Lehrerin Lena Büttner erhält den "Deutschen Lehrerpreis 2020 – Unterricht innovativ". Die Nominierung überraschte die 34-Jährige. Ihre Klasse hat sie heimlich angemeldet. Weitere Preise gehen nach Weilheim und Pfaffenhofen.

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Von
  • Rika Momeni

Der "Deutschen Lehrerpreis 2020 – Unterricht innovativ" geht an Lena Büttner, Lehrerin für Deutsch und Latein am Dürer-Gymnasium in Nürnberg. Die 34-Jährige erhält die Auszeichnung in der Wettbewerbskategorie "Ausgezeichnete Lehrkräfte".

Lehrerin wusste nichts von der Nominierung

"Ich wusste gar nicht, dass mich meine Deutsch-Klasse des vergangenen Jahres zu dem Wettbewerb angemeldet hatte", sagt die 34-Jährige. Die Schülerinnen und Schüler mussten ihren Vorschlag bei der Jury detailliert begründen. Ihre Argumente waren überzeugend. So attestiert die Klasse ihrer Lehrerin für Deutsch und Latein vor allem ein hohes Engagement und großes Wissen, das sie unermüdlich an ihre Schüler und Schülerinnen weitergebe.

Noten der Schüler dank Lehrerin besser

Die Beurteilung der Schülerinnen und Schüler für ihre Lehrerin überzeugte die Jury. Schüler Jakob zum Beispiel fühlt sich von der Pädagogin angenommen: "Egal, was man sagt, es wird immer ernst genommen, wird in den Unterricht eingebettet, und es gibt eigentlich keine falschen Antworten. Deshalb arbeitet man gerne mit." Die 17-jährige Lina fühlt sich durch die Deutsch-Lehrerin angespornt und motiviert: "Man weiß, man ist in einer geschützten Zone, egal was man sagt, man wird respektiert, ernst genommen und auch gelobt. Da will man sich Mühe geben, weil man weiß, man kriegt was zurück."

Alle in der Klasse haben ihre Noten in Deutsch verbessert. Das liege an der quirligen Lehrerin, die mit so viel Elan und Energie den Stoff an die Schüler bringt, ist sich die Klasse sicher. So schafft sie es – da sind sich alle einig – aus jedem in der Klasse das Beste rauszuholen.

"Man muss für den Beruf brennen"

Lehrerin Lena Büttner selbst sagt von sich, dass sie es eigentlich gar nicht mag, so im Mittelpunkt zu stehen. Gleichwohl sieht sie sich durch den Preis auch in ihrer Arbeit bestätigt. Eine gute Lehrerin, sagt sie, nehme sich selbst nicht so ernst, hinterfrage sich und sei auch mal kritisch mit sich selbst. Das kenne sie so auch von zu Hause. Beide Elternteile von Lena Büttner sind selbst Lehrkräfte. Da habe sie gesehen, was man mit Inspiration und Hingabe bei den Kindern und Jugendlichen bewegen kann, so die Tochter.

Ihren Erfolg und die Auszeichnung verdanke sie aber vor allem auch vielen erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, die sie in den vergangenen Jahren begleitet und unterstützt haben.

"Um in anderen etwas anzuzünden, muss man selbst für das brennen, was man unterrichtet, das zeichnet einen guten Lehrer aus!" Lena Büttner, Lehrerin am Dürer-Gymnasium Nürnberg und Ausgezeichnete Lehrerin des Jahres 2020

Hohe Schülerbeteiligung im Corona-Jahr 2020

Seit Mai vergangenen Jahres konnten Schülerinnen und Schüler deutschlandweit Lehrkräfte für die Auszeichnung vorschlagen. Dabei sollten sie detailliert begründen, warum ihre Lehrerin oder ihr Lehrer die oder der Beste ist und Fragen zum Unterricht beantworten: Wie gut unterstützt fühlen sich die Lernenden? Wie ist der Unterricht gestaltet? Wie gut wird Wissen vermittelt? Insgesamt haben sich an dem Wettbewerb in diesem von Corona gezeichneten Schuljahr 6.420 Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte beteiligt.

Ausgezeichnete Lehrer in Pfaffenhofen und Weilheim

Neben der fränkischen Preisträgerin bekommen in Bayern noch Annette Wörmann vom Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen und Maximilian Gebhard von der Staatlichen Realschule Weilheim den Deutschen Lehrerpreis in der Kategorie "Ausgezeichnete Lehrkraft" verliehen.

Annette Wörmann unterrichtet Latein und Katholische Religionslehre mit Fachleitung, ist Ansprechpartnerin für Begabtenförderung und Leiterin der Begabtenförderprogramme sowie Koordinatorin der Beruflichen Orientierung. Ihre Klassen schätzen an ihr ihr Engagement und das vertrauensvolle Verhältnis, das sie miteinander pflegen.

Und auch Maximilian Gebhard attestieren seine Schülerinnen und Schüler, dass der Lehrer für Mathematik und Evangelische Religionslehre sie besonders motivieren könne. Der Vertrauenslehrer ist auch Leiter der Schulband. Seine Schüler finden ihn humorvoll, fair und kompetent, wie es in der Begründung für die Auszeichnung heißt.

Daneben wurden ebenfalls Auszeichnungen in den Kategorien "Vorbildliche Schulleitung" und "Unterricht innovativ" vergeben.

Engagement und Leistung in Schulen soll gewürdigt werden

Der bundesweite Wettbewerb "Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ" wird von der Heraeus Bildungsstiftung und dem Deutschen Philologenverband (DPhV) getragen und jährlich verliehen. Mit der Auszeichnung sollen Engagement und Leistung von Lehrkräften und Schulleitungen gewürdigt und in die öffentliche Wahrnehmung gerückt werden. Das Preisgeld hat einen Gesamtwert von 12.000 Euro, ist zweckgebunden und soll für Projekte im Unterricht verwendet werden.

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