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Eine Güterzuglok
© pa/dpa/Oliver Berg

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Karin Goeckel
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Eine Güterzuglok

Der Bau des geplanten Güterzugtunnels durch Fürth startet voraussichtlich im Jahr 2021. Noch heuer wollen das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung schließen. Dann könne im kommenden Jahr das Planfeststellungsverfahren für die Baugenehmigung fortgeführt werden, teilte die Deutsche Bahn mit. In diesem Stadium könnten sich die Bürger dann auch mit Anregungen oder Einwendungen an dem Projekt beteiligen.

400 Millionen Euro für knapp acht Kilometer Tunnel

Geplant ist ein 7,6 Kilometer langer Tunnel für den Güterverkehr, der zwischen Erlangen-Eltersdorf über Fürth-Vach bis nach Nürnberg-Kleinreuth und weiter zum Nürnberger Rangierbahnhof verlaufen soll. Dafür werden laut Deutscher Bahn insgesamt rund 400 Millionen Euro investiert.

Der Güterzugtunnel war bereits Bestandteil des "Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8 Nürnberg-Berlin" aus dem Jahr 1995, wurde aber als nicht vordringlich bewertet. Gestern hat das Bundesverkehrsministerium das Projekt zusammen mit anderen bayerischen Projekten im Bundesverkehrswegeplan hochgestuft und damit für Begeisterung in Fürth gesorgt.

Der Tunnel sorge für eine Entlastung des gesamten Schienenverkehrs in Fürth und ermögliche eine engere Taktung auf der Strecke, lobte der Fürther SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Träger das Projekt: "Der Tunnel bringt für tausende Fürther Anwohner mehr Ruhe."

S-Bahn-Ausbau sorgt für Unmut

Parallel dazu gehen die Planungen für den S-Bahn-Ausbau zwischen Fürth und Erlangen weiter. Die Bahn will sowohl einen Ausbau entlang der bestehenden Strecke als auch den umstrittenen Verschwenk durchs Knoblauchsland neu bewerten. Ergebnisse dazu sollen 2020 vorliegen. Allerdings hatte das Bundesverwaltungsgericht im vergangenen November die Pläne der Deutschen Bahn für den Verschwenk für rechtswidrig erklärt.

"Völlig inakzeptabel und unverständlich"

Dass die Überprüfung der Verschwenk-Pläne ein Jahr nach dem Urteil noch immer nicht beendet ist, sorgt indes bei Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) für Unverständnis. "Ganz Deutschland weiß, dass die Bahn generell Probleme mit Zeit und Pünktlichkeit hat. Aber dieses Verhalten nach einer vor zwölf Monaten getroffenen, höchstrichterlichen Entscheidung ist für mich völlig inakzeptabel und unverständlich", so Jung.

Für ihn sei einzig der Ausbau der S-Bahn entlang der Bestandstrasse sinnvoll. Dadurch würden die Ortsteile Stadeln und Vach an den Nahverkehr angebunden, die Fahrtzeiten seien kürzer und der Flächenverbrauch geringer.

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Karin Goeckel

Sendung

Regionalnachrichten Franken vom 07.11.2018 - 14:30 Uhr