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Deutsch-tschechische Bürgerinitiative gegen Lkw-Transit | BR24

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Lastwagen an Lastwagen wälzt sich der Schwerlastverkehr über die Landstraßen Bayerns. In der Oberpfalz an der deutsch-tschechischen Grenze wollen die Anwohner das nicht mehr hinnehmen und gründen eine Initiative im tschechischen Tscherubi.

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Deutsch-tschechische Bürgerinitiative gegen Lkw-Transit

Im Kulturhaus von Vseruby, der tschechischen Nachbargemeinde von Eschlkam in der Oberpfalz, wird heute eine deutsch-tschechische Bürgeriniative gegen den Lkw-Transit-Verkehr durch die Dörfer im Grenzland gegründet. Vorbild ist Tirol.

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Die Menschen im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet sind genervt vom Lkw-Transitverkehr, der durch die Dörfer brettert. Deshalb wollen betroffene Grenzbewohner aus der bayerischen Gemeinde Eschlkam in der Oberpfalz und der tschechischen Nachbargemeinde Vseruby gemeinsam eine Bürgerinitiative gründen - am Abend im Kulturhaus von Vseruby.

Vorbild Tirol

Vorbild der Initiative sind die Sperren in Österreich. Tirol setzt seit einigen Wochen samstags und sonntags Fahrverbote auf typischen Ausweichrouten durch, um Dörfer in Autobahnnähe zu entlasten. Die Maßnahme soll noch bis September an den Wochenenden gelten, damit Fahrzeuge auf der Autobahn bleiben. Zudem gibt es immer wieder Blockabfertigungen für Lastwagen an der Grenze.

Wenn das dort funktioniere, warum nicht in Deutschland und Tschechien, sagt Vaclav Bernard, Bürgermeister von Vseruby. Die rund 450 Einwohner der tschechischen Gemeinde, die direkt an einem kleinen Grenzübergang liegt, leiden ebenso wie Eschlkam unter dem zunehmenden Lkw-Transitverkehr. Der Eschlkamer Bürgermeister Josef Kammermeier sagt, die Forderung sei schlicht, die Straße durch die Dörfer für Transit-Lkw zu sperren.

Lkw fahren Tag und Nacht

Besonders betroffen sind die Dörfer Großaign und Neuaign, die zu Eschlkam gehören. Insgesamt 400 Personen leben dort, mehr als 1.000 Schwerlaster brettern jeden Tag direkt durch die Ortschaft. Das sei, als wenn man in der Großstadt wäre oder an der Autobahn, sagt eine Großaignerin. Ein anderer Anlieger erzählt, dass es jedes Jahr mehr Lkw werden und es fast keine Ruhepausen mehr gibt, weil die Fahrzeuge auch nachts durchfahren.

Abkürzung für Mautflüchtlinge

Die Straße durch Großaign und Neuaign führt eigentlich nur zu einem kleinen Grenzübergang. Die Strecke ist jedoch für manche Lkw-Fahrer Richtung Tschechien und zurück eine Abkürzung. Deshalb nutzen sie den kleinen Übergang und nicht den größeren bei Furth im Wald, der ganz in der Nähe ist.

Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr auf den Bürgersteigen Fahrrad fahren, weil es zu gefährlich ist, ebenso wie das Überqueren der Dorfstraßen. Hinzu komme "unerträglicher Lärm". Die Anwohner fürchten, dass sich der Lkw-Verkehr ab Januar 2020 sogar noch verdoppeln wird. Dann führt Tschechien auf rund 900 Kilometern eine Maut ein, unter anderem auf der Strecke zum Hauptgrenzübergang bei Furth im Wald. Dann werden auch noch Mautflüchtlinge, so die Befürchtung, über Eschlkam und Großaign zur Grenze fahren.

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Im Kulturhaus von Vseruby, der tschechischen Nachbargemeinde von Eschlkam in der Oberpfalz, wird heute eine deutsch-tschechische Bürgeriniative gegen den Lkw-Transit-Verkehr durch die Dörfer im Grenzland gegründet. Vorbild ist Tirol.