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Deutlich mehr Missbrauchsopfer beim Yacht-Club Gunzenhausen | BR24

© BR-Studio Franken/Simone Schülein

Das gesamte Ausmaß des Missbrauchsskandals beim Yacht-Club Gunzenhausen dürfte deutlich größer sein, als bisher angenommen. Die Staatsanwaltschaft will aber derzeit noch keine konkreten Zahlen nennen.

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Deutlich mehr Missbrauchsopfer beim Yacht-Club Gunzenhausen

Das Ausmaß des Missbrauchsskandals beim Yacht-Club Gunzenhausen ist deutlich größer als bisher angenommen. Das hat die Staatsanwaltschaft bestätigt. Bisher war von 33 Opfern die Rede. Doch die Ermittler haben weitere mögliche Fälle aufgedeckt.

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Das gesamte Ausmaß des Missbrauchsskandals beim Yacht-Club Gunzenhausen dürfte damit deutlich größer sein, als bisher angenommen. Das hat der Ansbacher Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger dem BR bestätigt.

Keine konkreten Zahlen genannt

Zwar will die Staatsanwaltschaft derzeit keine konkreten Opferzahlen nennen, dennoch hätten die bisherigen Ermittlungen ergeben, dass es deutlich mehr Opfer gibt als die bisher bestätigten 33 Fälle, so Michael Schrotberger.

Missbrauch möglicherweise über 30 Jahre

Derzeit würden weiterhin Gespräch mit möglichen Opfern geführt. Bis Juli wollten die Ermittler die Vernehmungen abgeschlossen haben, so Schrotberger. Die Opfer sind nach derzeitigem Stand zwischen elf und 17 Jahren alt. Der Tatzeitraum umfasst möglicherweise fast 30 Jahre.

Verdächtiger nahm sich das Leben

Nach den ersten Opferaussagen hatte die Polizei vor vier Wochen einen 56-jährigen ehemaligen Jugendleiter des Vereins festgenommen. Wenige Tage später hatte sich dieser in der Ansbacher Justizvollzugsanstalt das Leben genommen. Diesbezüglich wird wegen möglicher Versäumnisse weiterhin gegen Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt ermittelt.

Wer wusste Bescheid?

Obwohl der Beschuldigte tot ist, wird im Missbrauchsverfahren gegen den ehemaligen Jugendleiter weiter ermittelt. Für die Staatsanwaltschaft stellt sich zum Beispiel die Frage nach Verantwortlichen in dem Verein aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Es müsse geklärt werden, ob Mitglieder im Verein oder im Vorstand von Verdachtsfällen wussten und womöglich nicht gehandelt haben, so der leitende Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger.

Viele Fragen offen

So ist auch weiterhin die Frage ungeklärt, warum der 56-jährige ehemalige Jugendleiter des Yacht-Clubs und auch der Vorstand des Vereins vor zwei Jahren nicht mehr in ihren Positionen verblieben sind und ob dies möglicherweise in Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen steht.

Opfer brachte Anzeige ins Rollen

Der 56-Jährige Mann aus Nürnberg hatte 1991 als Jugendleiter in dem Wassersportverein begonnen und war bis 2018 dort tätig. In der Zeit soll er ihm anvertraute Kinder sexuell missbraucht haben. Die Ermittlungen waren durch die Anzeige eines Opfers ins Rollen gebracht worden.

© BR-Studio Franken/Zimmermann

Über mehrere Jahre hinweg soll ein ehemaliger Jugendleiter des Yachtclubs Ansbach-Gunzenhausen Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben. Nach einer Anzeige durch ein Opfer sitzt der mutmaßliche Täter nun in Untersuchungshaft.

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