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Desinfektionsmittel knapp: Ostbayerische Brennereien gefragt | BR24

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Weil Desinfektionsmittel wegen der Corona-Krise knapp sind, geben Schnapsbrennereien in Ostbayern große Mengen Neutralalkohol an Apotheken und Kliniken in der Region ab. Dafür wird sogar die Schnapsproduktion zum Teil eingestellt.

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Desinfektionsmittel knapp: Ostbayerische Brennereien gefragt

Weil Desinfektionsmittel wegen der Corona-Krise knapp sind, geben Schnapsbrennereien in Ostbayern seit Mittwoch literweise Neutralalkohol an Apotheken und Kliniken in der Region ab. Dabei wird sogar die Schnapsproduktion zum Teil eingestellt.

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Apotheken und Kliniken in Ostbayern gehen die Vorräte an Desinfektionsmittel aus. Unterstützung bekommen sie deshalb von Schnapsbrennereien aus Niederbayern und der Oberpfalz, die seit Mittwoch literweise Neutralalkohol an sie verschicken. Das teilten die Brenner von Penninger, Bärwurz-Quelle und Liebl dem BR/Studio Passau auf Nachfrage mit. Mit dem Alkohol stellen die Apotheken und Kliniken selbst Desinfektionsmittel her.

Neutralalkohol normalerweise zur Herstellung von Himbeergeist

"Wir geben alles her, was wir haben. Die Gesundheit geht vor, wir stellen die Produktion für gewisse Produkte ein", sagt Johannes Anleitner, Chef der Bärwurz-Quelle in Bad Kötzting. Neutralalkohol mit einem Alkoholgehalt von 96 Prozent wird zum Herstellen von Himbeergeist, Likör und Gin verwendet. Die Bärwurz-Quelle konzentriert sich jetzt auf Produkte, für die es den Naturalkohol nicht braucht, wie beispielsweise Rum und Whiskey. "Weil das Starkbierfest bei uns abgesagt wurde, brennen wir jetzt das übergebliebene Bockbier", erzählt Anleitner.

Schon 5.000 Liter Alkohol verschickt

"Apotheken im Umkreis von 100 Kilometer fragen an", schildert Claudia Liebl von der gleichnamigen Destillerie in Bad Kötzting. 5.000 Liter Neutralalkohol hätten sie schon verschickt. Die Produktion werde zurückgefahren, dennoch sei noch genügend für die Herstellung eigener Produkte da. So sieht es auch bei Penninger in Hauzenberg aus. Eine größere Menge sei hier schon an ein Krankenhaus im Kreis Freyung-Grafenau geliefert worden. Auch eine Uni-Klinik habe schon angefragt. "Wo es geht, versuchen wir zu helfen. Dennoch können wir den Grundstoff, von dem wir leben, nicht komplett hergeben", sagt Geschäftsführer Christoph Bauer.

© Johannes Anleitner

Unterstützung für Apotheken und Kliniken in Ostbayern gibt es jetzt von niederbayerischen und oberpfälzischen Schnapsbrennereien.