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Schützen oder schießen? Beim Thema Wolf gehen die Meinungen weit auseinander.

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    Schützen oder schießen: Der Streit um den Wolf

    Wie sollen wir mit dem Wolf umgehen? Darüber ist unter den BR24-Nutzern eine Debatte entbrannt. Die Meinungen gehen weit auseinander. Schützen - sagen die einen. Schießen - sagen andere. Und auch die dichte Besiedlung in Teilen Bayerns ist ein Thema.

    Von
    Balthasar  ZehetmairBalthasar Zehetmair
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    Mit der zunehmenden Population von Wölfen in Bayern steigt auch die Zahl der gerissenen Nutztiere. 2020 kamen rund 40 Tiere durch Wolfsbisse ums Leben. Almbauern fürchten um ihre Herden, aber gleichzeitig steht das Raubtier unter strengem Arten- und Naturschutz. Schützen oder schießen? Darüber gehen auch in der BR24-Community die Meinungen auseinander.

    Erika Prokop ist klar für das Schützen und kommentiert bei Facebook: "Wir können doch nicht einfach was abschießen, was uns unbequem wird. Es gibt dafür auch Lösungen.” Dazu meint Stefan Sandor, dass der Wolf geschützt und gleichzeitig der Herdenschutz massiv gefördert werden müsse.

    Forderung nach Herdenschutzmaßnahmen

    Eine viel diskutierte Lösung hierzu sind Herdenschutzhunde und die Aufstellung von Schutzzäunen. Dazu meint Max Tresp: "Schützen und den Erwerb von Herdenschutzhunden subventionieren." Achim Heisler sagt: "Abschüsse sind kontraproduktiv." Er fordert, dass es den Wölfen so schwer wie möglich gemacht werden müsse, an Weidetiere wie Schafe und Ziegen heranzukommen.

    In Hinblick gerade auf den dicht besiedelten Voralpenraum, in dem sich die Zahl der Risse in den vergangenen Jahren besonders gehäuft hat, taucht immer wieder die Frage auf: Inwieweit findet der Wolf hier noch einen natürlichen Lebensraum ohne Kontakt zum Menschen?

    Keine natürlichen Feinde

    "Unser Land ist zu klein und zu dicht bevölkert für diese Tiere", schreibt Karl Rohde. Und Joe Mills meint: "Wenn jetzt nicht geschossen wird, muss später umso mehr geschossen werden." Auch Claus-Dieter Strehle schließt sich dem an und sagt: "Wenn Umsiedeln nicht klappt ist der Schuss Ultimo Ratio."

    Bei der Argumentation für den Abschuss wird oft auch, wie von Jürgen Pez, der Grund angebracht, dass der Wolf in Europa nicht mehr vom Aussterben bedroht sei. "Die Wölfe, das Großraubtier hat keinen natürlichen Feind", meint Franz Kloth. Deshalb sei ein gezieltes Entnehmen auf Dauer unvermeidlich.

    Vergleich mit anderen Wildtieren

    Auch der Schutz von Bergbauern und ihren Tieren ist vielen in dieser Frage wichtig. Win Kels schreibt dazu: “Als der Bestand in Deutschland auf ca. 350 Tiere geschätzt wurde, gab es fast keine Nutztierrisse. Da müssen wir wieder hin.” Einen anderen Vorschlag zu dieser Problematik hat Petra Mades, sie meint: "Nur erst tot schießen, wenn der Wolf krank ist. Wie bei anderen Wildtieren auch."

    Die Kritik an den Wolfsschützern äußert sich in der Debatte häufig dahingehend, wie es Markus Teuber ausdrückt: dass die Menschen weit weg von den Problemen seien, mit denen ein Almbauer konfrontiert ist. Ein wenig mehr Realismus sei bei diesem Thema angebracht.

    Wo die Wolfsromantik aufhört

    Die Wolfsromantik hört für viele vor allem dann auf, wenn der Wolf dem Menschen zu nahe komme, wie Wolf Thieme kommentiert: "Hier im Dorf, wo ein Wolf mehrere Schafe gerissen und beim Nachbarn gegenüber auf die Treppe gelegt hat, ist man anderer Meinung. Wölfe gehören nicht in die heutige Landschaft."

    Viele sind dazu auch derselben Meinung wie Susi Spakowski: "Der Wolf wird, wie die Wildschweine, seinen Weg in die Städte finden." Gleichzeitig gibt es auch deutliche Kommentare, wie den von Maximilian Gaul, in denen für einen Abschuss des Raubtiers plädiert wird: "Den Wolf braucht in der Kulturlandschaft keiner, schon gar nicht die Weidetiere."

    "Der Wolf hat die gleichen Rechte hier zu leben wie der Mensch"

    Danilo Hein findet dagegen, dass der Wolf, wie schon immer, nur seiner Natur nachgehe und deswegen geschützt werden müsse. Ein weiterer Grund, dass der Wolf dem Menschen immer näher komme, wird darin gesehen, dass dieser, wie Kathleen Kay Jelinski schreibt, in seinem Jagdgebiet nicht mehr genug Nahrung finde. "Der Wolf ist ein Wildtier und hat damit wohl die gleichen Rechte hier zu leben wie der Mensch und mehr Rechte als Nutztiere", schreibt Martin Ramspeck.

    Eine ähnliche Meinung hat auch Heiko Wiegelmann: "Schützen! Früher ging es auch mit dem Wolf und in vielen Ländern ist es heute noch so." Dem schließt sich auch Stefan Nitschke an und meint: "Es ist doch dieses unsägliche Verdrängen von unerwünschten Arten, welches unsere Flora und Fauna immer mehr in Bedrängnis bringt."

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