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Gesperrte Zufahrt nach Irsee im Ostallgäu am Sonntag, 13. Januar 2019
© BR / Rupert Waldmüller

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Florian Regensburger
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Gesperrte Zufahrt nach Irsee im Ostallgäu am Sonntag, 13. Januar 2019

Der Schnee, der auf Bäumen und Dächern lastet, ist durch zwischenzeitliches Tauwetter und Regen sehr schwer geworden. Die Feuerwehr musste zu mehreren Einsätzen ausrücken, um Dächer vom Schnee zu befreien. Beim Dach eines Altenheims in Obergünzburg etwa gab die Feuerwehr eine Last von mehr als einer halben Tonne Gewicht pro Quadratmeter an. Ebenso musste das Dach eines Supermarkts in Buchloe von der Feuerwehr freigeräumt werden.

Mehrere Bahnstrecken tagelang gesperrt

Bäume kann der nasse, schwere Schnee ebenfalls zum Umstürzen bringen. So mussten am Wochenende immer wieder Bahnstrecken vorübergehend gesperrt werden, um die Gleise von umgestürzten Bäumen zu befreien. Zwischen Lindau und Memmingen sowie zwischen Kißlegg und Aulendorf wurde der Zugverkehr am Sonntagnachmittag unterbrochen. Die Bahn hat einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Zwischen Immenstadt und Lindau soll die Sperre nach Angaben der Deutschen Bahn noch bis Montagmittag andauern. Die Strecken Kempten-Reutte und Immenstadt-Oberstdorf sind sogar bis voraussichtlich Donnerstag (17.1.) gesperrt.

Zweithöchste Lawinenwarnstufe gilt

In den Bergen bringen die außergewöhnlichen Schneeverhältnisse eine hohe Lawinengefahr mit sich: Im Lauf des Sonntags hat der Lawinenwarndienst Bayern die Warnstufe von 3 ("erheblich") auf 4 ("groß") angehoben. Dies entspricht der zweithöchsten Warnstufe.

Balderschwang bis Montag von der Außenwelt abgeschnitten

Am frühen Sonntagmorgen war im Bereich des österreichischen Hittisau eine Lawine abgegangen, weshalb die Zufahrt nach Balderschwang von dieser Seite aus noch immer gesperrt ist. Gleichzeitig ist die Zufahrt von deutscher Seite, der Riedbergpass, ebenfalls noch wegen der Gefahr von Schneebruch gesperrt. Balderschwang ist damit derzeit von der Außenwelt abgeschnitten - zumindest was die Verkehrswege angeht. Am Montagmorgen soll die Lage mit der Bergwacht evaluiert werden, um über das weitere Vorgehen und eine eventuelle Aufhebung der Sperre zu entscheiden, sagte der Balderschwanger Bürgermeister Konrad Kienle dem BR.

Zahlreiche Straßen sind gesperrt

Vor allem im Oberallgäu und dort speziell im Raum Oberstdorf und Bad Hindelang sind zahlreiche Straßen und Wanderwege ebenfalls wegen Lawinengefahr gesperrt, teilweise auch bei Schwangau im südlichen Landkreis Ostallgäu. Für lange Staus dürfte weiter die Sperrung des Fernpasses bis einschließlich Dienstag sorgen.

Vielerorts fällt die Schule aus

Auch der Schulbetrieb kann aufgrund des Winterwetters vielerorts nicht wie üblich stattfinden. So fällt an den staatlichen Schulen im Oberallgäu, Ostallgäu sowie in Kempten und Kaufbeuren der Unterricht aus. Im Landkreis Lindau und im Landkreis Unterallgäu gilt die Regelung, dass zwar grundsätzlich der Unterricht stattfindet; Eltern können ihre Kinder jedoch entschuldigen, wenn aufgrund der Witterungsverhältnisse nicht gewährleistet ist, dass die Kinder sicher und zuverlässig zur Schule gelangen können. Im Oberallgäu und in der Stadt Kempten ist auch der Dienstag schulfrei. Die Stadt Kaufbeuren und der Landkreis Ostallgäu wollen am Montagnachmittag entscheiden, wie es dort mit dem Unterricht weitergeht.

Zeitung bietet kostenloses E-Paper an

Auch die Zeitungszusteller kämpfen mit den witterungsbedingten Verkehrseinschränkungen. Aufgrund möglicher Verspätungen bei der frühmorgendlichen Zustellung bietet etwa die „Augsburger Allgemeine“ deshalb am Montag und Dienstag ein kostenloses E-Paper an.

Wetterdienst erwartet weitere Schneefälle

Bis Montagabend rechnet der Deutsche Wetterdienst mit weiteren kräftigen Niederschlägen. Oberhalb 800 bis 1.000 Meter soll es Neuschneemengen von 20 bis 50 Zentimetern geben, in höheren Staulagen der Allgäuer Alpen auch 50 bis 80 Zentimetern. Es kann erneut zu Tauwetter und starken Winden kommen.