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Der Streit um den Maibaum im Altusried geht weiter

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    Der Streit um den Maibaum in Altusried geht weiter

    Ein Mann aus Altusried wollte verhindern, dass der Maibaum heuer wieder aufgestellt wird und hat deshalb geklagt. Der Grund: Vögel auf dem Maibaum hätten seine Hausfassade beschmutzt. Das Gerichtsverfahren läuft noch. Der Baum steht trotzdem.

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    Von
    • Christoph Scheule
    • Roswitha Polaschek

    Es war eine höchst konspirative Aktion am Vorabend zum 1. Mai. Nur sechs Leute wussten Bescheid, nicht einmal der Bürgermeister war eingeweiht. Keine Presse, erst recht nicht Blasmusik, wie es sonst die Tradition vorsieht. Die Polizei war zwar auch da, von wem auch immer gerufen, hielt sich aber auf dem Marktplatz in großem Abstand zurück. Jetzt steht er, der Maibaum in Altusried im Oberallgäu, obwohl ein Gerichtsverfahren läuft. Ein Anwohner klagt vor dem Amtsgericht Kempten, weil Vögel auf dem Maibaum seine Hausfassade in der Vergangenheit beschmutzt hätten.

    Stress um die Maibaum-Tradition zu erhalten

    Franz Merk, Vorstand des Trachtenvereins Koppachtaler ist trotzdem überzeugt, das Richtige getan zu haben. Zur Erhaltung der Tradition hat er all den Stress auf sich genommen, sagt er. Im laufenden Gerichtsverfahren wird dann wohl in den nächsten Monaten geklärt werden, ob der Maibaum dort so wie er ist, stehen bleiben kann. Findet sich keine Lösung, wird sich das Problem in einigen Jahren von selbst lösen. Denn der Maibaum soll nach dem Willen der Gemeinde künftig an den umgestalteten Marktplatz ziehen, sagt Altusrieds Bürgermeister Joachim Konrad (CSU): "Spätestens 2024 soll es soweit sein".

    Erbitterter Streit um den Maibaum in Altusried

    Ein Güteverfahren oder einen Vergleich als Lösung des Konflikts hätten die Parteien bislang abgelehnt, sagte ein Sprecher des Kemptener Amtsgerichts. Der nächste Schritt wäre nun ein Fachgutachten: Ein Ornithologe müsse klären, ob durch den Maibaum Vögel angezogen werden, die das Grundstück "in einer nicht nur unwesentlichen Weise verkoten". Franz Merk hält das für ausgeschlossen: "Das muss mir mal einer zeigen, dass so ein Vogel acht oder zehn Meter quer scheißt", sagt er.

    Kläger besteht auf teurem Gutachten

    Das Amtsgericht Kempten hat den Anwohner nach eigenen Angaben darauf hingewiesen, dass die Kosten für ein vogelkundliches Gutachten in dem Verfahren "nicht unbeträchtlich" seien. Bislang hat das den Kläger aber nicht davon abgehalten, den Streit vor Gericht klären zu wollen. "Klar nervt das", sagt Bürgermeister Konrad. Die Gemeinde hat dem Kläger laut Konrad angeboten, im Gegenzug für die Vogelkot-Belastung zwei kostenlose Parkplätze zur Verfügung zu stellen oder Geld zu bezahlen, das habe er aber abgelehnt, so Konrad. Der klagende Anwohner reagierte auf Anfragen für eine Stellungnahme bislang nicht.

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