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Er ist ein wichtiger Helfer im Garten - der Regenwurm. Etwa 100 Regenwürmer leben in einem Quadratmeter Erde. Der Oberpfälzer Gärtner gibt Tipps, wie man den Wurm zum Helfer im Garten macht.

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Der Regenwurm als Helfer - Tipps vom Gärtner

Er ist ein wichtiger Helfer im Garten - der Regenwurm. Etwa 100 Regenwürmer leben in einem Quadratmeter Erde. Der Oberpfälzer Gärtner gibt Tipps, wie man den Wurm zum Helfer im Garten macht.

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Von
  • Renate Roßberger
  • BR24 Redaktion

Manche Gärtner vertreiben den Wurm selber durch zu viel Fräsen oder mit Kunstdünger. Dabei kann der Regenwurm bei der Gartenarbeit eine große Hilfe sein. Der Oberpfälzer Gemüsegärtner Friedrich Wolf gibt Tipps.

Kunstdünger verätzt die Haut des Regenwurms

Friedrich Wolf rät davon ab, mineralischen Kunstdünger zu streuen. Der kann die empfindliche Haut von Regenwürmern verätzen. Organischer Pflanzendünger dagegen, zum Beispiel Hornspäne oder Hornmehl, schadet den Tieren nicht. Genauso schlecht ist zu viel Bodenbearbeitung mit einer Fräse. Damit tötet man oft auch die nützlichen Regenwürmer. Der Hobbygärtner rät, die Erde höchstens oberflächlich zu hacken.

Zu viel Ordnung im Garten vermeiden

Außerdem sollte man im Garten nicht ständig alle Pflanzenreste aufräumen. Er lasse in seinem Gemüsegarten grundsätzlich alles liegen, zum Beispiel Karottenkraut oder abgezupfte Blätter, sagt Wolf: "Wenn da immer alles blitzblank aufgeräumt wird, nimmt man dem Wurm die ganze Nahrung. Manche sagen, so ein Schlamper, der räumt nicht auf, und dann sage ich, ich räume absichtlich nicht auf." Die Regenwürmer ziehen sich das abgestorbene Pflanzenmaterial als Nahrung hinunter in den Boden. Damit räumen die Tiere quasi über den Winter auf, sagt Wolf.

"Wurm-Wanderkasten" produziert gesunde Wurmerde

Der Hobbygärtner hat in seinem Garten in Pösing im Landkreis Cham außerdem einen selbstgebauten "Wurm-Wanderkasten", mit dem er "Wurmerde" produziert. Wolf schwört auf diese Erde, die er zur Bodenverbesserung in seinem rund 2.000 Quadratmeter großen Gemüsegarten nutzt. Sie dient als Dünger und als "Heilerde" für kränkliche Pflanzen, so der Hobby-Gärtner.

"Der Wurm ist für mich der beste Mitarbeiter, ganz ohne Stundenlohn, einen besseren gibt es nicht." Friedrich Wolf, Hobbygärtner

Auch der Mistwurm bringt neue Erde

Der 77-Jährige holt sich jedes Frühjahr auch ein paar Häufchen Pferdemist in den Garten. Darin tummeln sich viele dünne Würmer - der sogenannte deutsche Mistwurm. Mit ihnen "impft" er seinen Kasten. Der Gärtner füllt immer einen Kasten mit Wurmfutter, also zum Beispiel Kompost, Zwiebelschalen und etwas Erde. Für die bessere Fortpflanzung der Mistwürmer träufelt er noch Baldrianblütensaft darüber. In ein paar Wochen werden so aus 100 Würmern Tausende. Immer wenn sie nichts mehr zu fressen haben, kriechen sie durch die Ziegelsteinlöcher in den nächsten mit Futter ausgestatteten Kasten. Im alten Kasten bleiben die wertvollen Hinterlassenschaften zurück: feinkrümelige Wurmerde.

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Im Garten fühlt er sich wohl - Hobbygärtner Friedrich Wolf.

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Der "Wurm-Wanderkasten" von Hobbygärtner Friedrich Wolf.

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Friedrich Wolf schwört auf seine "Wurm-Erde".

Tipps für Boden in Neubau-Gärten

Wer neu gebaut hat und danach auf der völlig von Baumaschinen verdichteten Erde Rasen sät oder einen Garten anlegt, tut sich oft schwer. Denn die Erde muss vorher unbedingt gelockert und verbessert werden. Friedrich Wolf empfiehlt dafür, zuerst eine spezielle Samenmischung, das "Rotenburger Gemenge" anzusäen, stehen und dann absterben zu lassen. Das sind tiefwurzelnde Pflanzen, die den Boden lockern und mit Stickstoff versorgen. Auch Regenwürmer, denen der Boden sonst zu dicht wäre, kommen dann zurück. Im nächsten Frühjahr reicht es, den Boden leicht durchzuhacken, sagt Friedrich Wolf. Dann kann man Rasen säen und den Garten anlegen.

Weitere Tipps zur Bodenlockerung

Susanne Deutschländer, Kreisfachberaterin für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt Cham, kennt eine weitere Methode: "Bevor man ein Haus baut, sollte man den Oberboden abschieben, nebenan lagern und am besten begrünen, damit die Bodenlebewesen und eben auch die Regenwürmer in der Zwischenzeit Nahrung haben."

Nachdem die Baumaschinen abgezogen sind, muss man zuerst den verdichteten Rohboden lockern. Danach kann man den gelagerten Oberboden mitsamt den dort geretteten Lebewesen wieder darüber schieben. Wichtig ist, dass immer genug Regenwürmer im Boden sind und ihn durchlüften: "Der Regenwurm lockert und mischt den Boden, bringt Nährstoffe, die oben sind, durch sein Wühlen nach unten. Das ist wichtig, damit der Wurzelraum für die Pflanzen groß wird."

Regenwurm kurbelt Nahrungskreislauf an

Außerdem frisst ein Regenwurm im Boden Sandteilchen und organisches Material. Was er danach wieder ausscheidet, können kleinere Bodenlebewesen und auch Mikroben dann leichter weiter bearbeiten, erzählt Susanne Deutschländer, und am Ende wieder zu neuen Nährstoffen für die Pflanzen machen. Die Wurmausscheidungen sind außerdem wichtig für ein gutes Krümelgefüge im Boden und das Ausbilden sogenannter Ton-Humus-Komplexe.

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