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Christian Heiß : Der Domkapellmeister im Porträt | BR24

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Christian Heiß

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    Christian Heiß : Der Domkapellmeister im Porträt

    Der Missbrauchskandal bei den Regensburger Domspatzen hat Roland Büchner als Domkapellmeister zehn Jahre lang begleitet. Er hat die Aufarbeitung mit zu einem Abschluss gebracht. Sein Nachfolger Christian Heiß konnte so neu anfangen.

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    Sehr prominent, versehen mit einer großen Erwartungshaltung, so beschreibt Christian Heiß das Amt des Domkapellmeisters. Als solcher steht der 52-Jährige seit dem 1. September an der Spitze der Regensburger Domspatzen.

    Ein ehemaliger Domspatz wird Domkapellmeister

    Vor gut 40 Jahren war Heiß selbst Teil des wohl ältesten Knabenchors der Welt. Denn der gebürtige Mittelfranke war selbst von 1977 bis 1986 Schüler im Internat in Regensburg. Damals leitete noch Georg Ratzinger den Chor. Ihm habe der zehn- oder elfjährige Christian damals schon erzählt, dass er auch Domkapellmeister werden wolle. Einen "Kindheitstraum" nennt Heiß das heute.

    Und er betont, dass er damit nicht das Amt in Regensburg meinte, sondern eben die Funktion an einer Kathedrale. Und so ging der Traum für den studierten Kirchenmusiker bereits 2002 in Eichstätt in Erfüllung, als er dort Domkapellmeister wurde. Seit 1999 wirkte er in der Stadt im Altmühltal als Domorganist.

    Mit der Muttermilch aufgesogen

    "Quasi mit der Muttermilch" habe er die Kirchenmusik bereits aufgesogen, erzählt Christian Heiß. Sein Vater habe nebenberuflich den Kirchenchor geleitet und Orgel gespielt. "Ich konnte kaum laufen, da saß ich schon auf dem Orgelbock." Dazu kam seine gute Stimme. Wo also hin mit dem Jungen nach der Grundschule, fragten sich die Eltern? Als Bub habe er Konzerte vom Windsbacher Knabenchor und den Domspatzen besucht, erzählt Heiß. Der katholische Knabenchor ist es dann letztlich geworden.

    Damit war er aber auch just in jeder Zeit in Regensburg, als auch Missbrauch und Misshandlungen geschahen, vor allem jedoch in der Vorschule der Domspatzen in Etterzhausen. Heiß beteuert, dass er von all dem selbst nichts mitbekommen oder Übergriffe gegen andere mitbekommen habe.

    Bei einem Klassentreffen vor wenigen Jahren sei dies auch von Mitschülern seiner Jahrgangsstufe bestätigt worden. "Meine Eltern sagen heute noch: Wenn wir so etwas gewusst hätten, hätten wir Dich da rausgeholt." Was er erlebt habe, sei eine seltene Watschn, "nicht aber, dass jemand niedergeprügelt worden wäre. Ich war – bis auf die Heimwehphasen – sehr gern bei den Domspatzen", sagt Heiß heute.