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Der Müll im Müll: Mikroplastik durch falsch sortierten Müll | BR24

© BR/ Julia Ruhs

Viele Menschen trennen ihren Müll nicht richtig. Auch der Landkreis Cham steht vor diesem Problem, durch falsche Trennung entsteht außerdem Mikroplastik. Der Geschäftsführer einer Kompost- und Recyclingfirma Franz Högl klärt auf.

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Der Müll im Müll: Mikroplastik durch falsch sortierten Müll

Im Biomüll landet häufig Plastik. Ein Anblick, der nicht selten auf dem Kompostplatz zu sehen ist. Auch der Landkreis Cham steht vor dem Mülltrennungs-Problem.

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Zu viele Menschen trennen ihren Müll nicht richtig. So zum Beispiel im Landkreis Cham, wo es nun verstärkte Kontrollen von Bio- und Restmülltonnen gibt, so das Landratsamt Cham. Ein Problem der Mülltrenn-Verstöße sei: Es entstehe Mikroplastik.

Vermehrt Müll-Kontrollen im Landkreis Cham

Verpackungen, Plastik, Zigarettenkippen – im Biomüll landet so einiges, was dort nicht hineingehört. Im Landkreis Cham beispielsweise gibt es wegen solcher Mülltrenn-Verstöße schon seit längerer Zeit Kontrollen an Bio- und Restmülltonnen. Die wurden nun Mitte Juli noch einmal verstärkt, weil zu viele Menschen ihren Müll nicht richtig trennen – denn das verursacht höhere Kosten.

Zigarettenschachteln und Plastik im Biomüll

Nicht nur im Biomüll, auch im Grünschnitt finden sich immer wieder Dinge, die dort nicht hineingehören, erzählt Franz Högl, Geschäftsführer einer Kompost- und Recyclingfirma. Für den Müll im Müll hat er ein geübtes Auge: Zwar sieht auf dem Kompostplatz in Regensburg, wo Stadt und Einwohner ihre Pflanzenreste abgeben, auf den ersten Blick alles gut aus. Auf den zweiten Blick entdeckt Högl jedoch so allerhand: Zigarettenkippen und –schachteln, Plastiktüten, Grablichter und Blumenboxen aus Plastik. "Das Problem an diesen Boxen ist, dass sie brechen, wenn der Zerkleinerer draufgeht. Und dann sind sie nicht mehr zu sortieren", erklärt Högl. Deshalb landen nachher auch im Endprodukt, dem Dünger, kleine Plastik-Reste und die gelangen als Mikroplastik dann in die Natur.

Moderne Technik kriegt nicht alle Fremdstoffe raus

Eigentlich ist der Dünger, der aus dem Grünschnitt entstanden ist, sehr sauber. Der Anteil an Fremdstoffen liege immer noch weit unter den festgelegten Grenzwerten, so Högl. Doch 100 Prozent dieser Fremdstoffe kriege man auch mit moderner Technik nicht raus. Dabei ist im Grünschnitt im Vergleich zum Biomüll eigentlich nur sehr wenig "falscher Müll" drin. In den Biotonnen bei den Menschen zuhause landet so einiges mehr, was hier nicht reingehört. Zwar hilft beim Bioabfall eine aufwändige Technik beim Sortieren, aber auch dort bekommt man nie alle Fremdstoffe heraus.

Größeres Bewusstsein für die Kreislaufwirtschaft

Franz Högl wünscht sich von den Menschen ein größeres Bewusstsein im Umgang mit dem eigenen Müll:

"Mein Beispiel ist immer die Banane. Da haben sie die Entscheidungsmöglichkeit: Entweder Sie schmeißen die Schale in die Biotonne, dann wird Energie draus gewonnen und die Nährstoffe werden dem Kreislauf wieder zugeführt. Oder: Sie schmeißen die Schale in die Restmülltonne, dann geht sie in die Verbrennung, die Asche geht auf die Reststoffdeponie und wird 100 Jahre nachgesorgt.", so Franz Högl von einer Recyclinganlage.

Organisches also am besten in den Biomüll – aber ohne Plastiktüte: Dann gibt es in der Umwelt nachher auch weniger der winzig kleinen Plastikpartikel.

© BR/ Julila Ruhs

Plastik im Grünschnitt

© BR/ Julia Ruhs

Ein Plastikteilchen, das Högl im Dünger gefunden hat. Nicht alle Fremdstoffe können aus dem Grünschnitt und dem Biomüll herausgesiebt werden.

© BR/ Julia Ruhs

Das Endprodukt, der Dünger: hergestellt aus dem Grünschnitt

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