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Der Mann, der in Nürnberg tausende Baustellen koordiniert | BR24

© picture alliance/chromorange

Achtung Baustelle

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    Der Mann, der in Nürnberg tausende Baustellen koordiniert

    Vor allem in größeren Städten werden im Sommer tausende Baustellen eingerichtet. Um die Auswirkungen der Großbaustellen einzudämmen, sind hinter den Kulissen Baustellenkoordinatoren tätig. So wie Wolfgang Leeb in Nürnberg.

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    Wolfgang Leeb hat einen spannenden, aber auch herausfordernden Job. Er arbeitet als Baustellenkoordinator einer speziellen Nürnberger Behörde, die sich "Servicebetrieb öffentlicher Raum" (SÖR) nennt. In seinem Büro studiert er mit analytischem Blick und gerunzelter Stirn eine Karte, auf der für den normalen Betrachter nur ein undurchsichtiges Chaos aus Linien und Vektoren herrscht. Es ist die Karte einer Großbaustelle, die Leeb offenbar einiges Kopfzerbrechen bereitet:

    "Besonders knifflig wird die Baustelle, wenn wir viele Akteure im Baufeld haben, wo es zum Beispiel darum geht, dass wir die Gasleitungsverlegung mit dem Kanalbetrieb zusammenbringen müssen. Und zwar so, dass es möglichst wenig Auswirkungen auf den Verkehr gibt und natürlich auch die Anwohner so wenig wie möglich belastet werden." Wolfgang Leeb, Baustellenkoordinator

    Wolfgang Leeb muss mehrere tausend Baustellen im Stadtgebiet gleichzeitig im Blick haben. Wer nicht kommunikativ ist, wird in diesem Job nicht alt. Leeb führt täglich Dutzende Telefongespräche und schreibt ebenso viele Emails. Manchen Baustellen geht eine Planungszeit von zwei bis drei Jahren voraus, ehe die Baumaschinen anrücken können, erklärt der Baustellenkoordinator.

    "Wir sammeln alle Informationen über die geplanten Baustellen in den Hauptverkehrsadern. Da gehören die Projekte der Energieversorger dazu, der Main-Donau-Gesellschaft, der VAG, der Stadtentwässerung und des Servicebetriebes öffentlicher Raum. Wir versuchen dann, die Hotspots zusammenzulegen, oder auch zu entflechten, je nachdem wie es für den Verkehr und auch für die Wirtschaftlichkeit am besten ist." Wolfgang Leeb, Baustellenkoordinator

    Dabei sitzt Wolfgang Leeb nicht nur im Büro. Er muss auch vor Ort die eingerichteten Baustellen überprüfen und die nächsten Schritte planen. Bei mehreren tausend Einsatzorten im Stadtgebiet kommen da ganz schön viele Kilometer zusammen. Vor allem jetzt während der Sommerferien. Da ist die Zahl der Baustellen besonders hoch, weil in dieser Zeit weniger Berufsverkehr herrscht.

    Zeitplan ist entscheidend

    Wolfgang Leeb schnappt sich seinen Sicherheitshelm und steigt in den Dienstwagen. Er will eine Baustelle am Stadtrand besuchen. Seine Planungen dürfen nicht einfach an der Stadtgrenze enden, denn die Straßen führen ja weiter. Auch hier ist also Koordinationsbedarf vonnöten, etwa mit den Nachbarstädten. An der Stadtgrenze zu Fürth stehen mehrere kleine Bagger und heben Gräben aus. Hier sollen Gasleitungen verlegt und anschließend die Fahrbahn saniert werden. Der Zeitplan ist entscheidend. Wolfgang Leeb weiß, dass er immer auch Puffer für unvorhergesehene Maßnahmen einplanen muss:

    "Eventuelle Bombenfunde sind zum Beispiel in Nürnberg immer ein Thema, gerade bei solchen Grabungsarbeiten. Auch an dieser Baustelle ist ein Sprengstoffexperte mit dabei, der den Aushub kontrolliert und sofort Alarm schlägt, wenn irgendwelche Kriegsüberbleibsel auftauchen." Wolfgang Leeb, Baustellenkoordinator

    Danach sieht es an der Fürther Straße aber momentan nicht aus. Alles läuft nach Plan. Wolfgang Leeb nickt zufrieden und steigt wieder in seinen Dienstwagen. Auf seiner Liste stehen noch andere Baustellen, die er heute besuchen will.