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Sonntags-Stammtisch vom 16.12.2018, im Bild: Tilmann Schöberl, Erwin Huber und Dieter Hanitzsch.
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Sonntags-Stammtisch vom 16.12.2018, im Bild: Tilmann Schöberl, Erwin Huber und Dieter Hanitzsch.

Nicht nur lustig war es am Sonntags-Stammtisch, sondern auch lehrreich, betonte Wolfgang M. Heckl zum Auftakt der Sendung. Der Generaldirektor des Deutschen Museums hatte an praktisch allen 409 Sendungen des Sonntags-Stammtisches mitgewirkt. Dabei war er zunächst nur gefragt worden, ob er sich für sechs Sendungen am Sonntag Zeit nehmen könne. Dafür, dass es so viele Sendungen wurden, hatte Heckl eine einfache Erklärung: "Offensichtlich haben die Menschen uns lieben gelernt."

"Eigentlich habe ich nie gefehlt", so Heckl - außer einmal wegen Nasenbluten. Da musste er im Vorraum warten und durfte nicht vor die Kamera, plauderte der 60-Jährige aus dem Nähkästchen.

"Ich habe schon so viele Pläne, was ich mit dem freien Sonntag machen werde." Wolfgang Heckl

"Keine Angst vor dem Markwort"

Moderator Tilmann Schöberl dankte Heckl und dem Karikaturisten Dieter Hanitzsch für ihre langjährige "großartige Leistung". Hanitzsch seinerseits erinnerte sich, wie er für die Sendung gewonnen worden war: Gebraucht werde einer, "der keine Angst vor dem Markwort hat". Hanitzsch hatte nicht nur keine Angst vor dem Moderator des Sonntags-Stammtischs. "Das hat richtig Spaß gemacht!", freute sich Hanitzsch. Hervorheben könne er allerdings keine der Sendungen mehr. Auch Star-Gast Erwin Huber lobte Heckl und Hanitzsch: "Sie haben sich um die bayerische Kultur verdient gemacht."

Warum Erwin Huber immer jünger wird

Erwin Huber war schon Sonntags-Stammtisch der ersten Stunde gewesen. 40 Jahre lang prägte er die Politik im Freistaat maßgeblich mit - unter anderem als CSU-Chef und als Wirtschafts- und Finanzminister. Seit diesem Wintersemester drückt er als Seniorstudent die Bank im Hörsaal:

"Ich studiere jetzt an der Hochschule für Philosophie und werde immer jünger dabei." Erwin Huber

Hanitzsch und die Unschuld Söders

Hubers Widerpart in der Sendung war Kabarettist und Volkssänger Jürgen Kirner. Er warb für seine neue Sendung "Brettl-Spitzen", mit der der BR am Neujahrstag Kabarett und Volksliedgut zur Hauptsendezeit um 20.15 Uhr zu seinem Recht kommen lassen wird. Obwohl Kirner so wie Huber CSU-Mitglied ist, hatten sie recht unterschiedliche Ansichten etwa zum Kurs der CSU, zu Frauen im Kabinett von Markus Söder oder zu dessen Rolle als Landesvater. Zum Regionalproporz im Kabinett meinte Kirner, dort müssten die Besten aus Bayern versammelt werden, egal woher, und wenn es fünf Niederbayern oder Oberpfälzer wären. Huber dagegen sagte, die Regierungsbezirke müssten alle repräsentiert sein, das habe sich bewährt, sei sinnvoll und habe "eine befriedende Wirkung". Huber lobte auch Markus Söders neuen, deutlich mehr auf Harmonie angelegten, liberaleren und offeneren Stil in der Rolle des Landesvaters.

Hier hakte ironisch Dieter Hanitzsch ein. Über Söder sagte Hanitzsch: "Er ist ein gescheites Kerlchen, was mich beeindruckt hat an Söder, ist, dass er es geschafft hat, dass er an nix schuld ist. Das ist schon toll, muss man sagen!"

Der neue, weichere Kurs der CSU

Huber lobte Söder: Die CSU brauche mehr Hinorientierung zu ökologischen Themen. In den Städten seien die CSU und die Grünen nun die beiden großen Parteien, und das versteht Huber gut, wenn er an seine vier Enkelkinder und die Zukunft der Welt denkt. Huber weiter: "Geben wir Söder die Chance, das Programm umzusetzen!" Söder nehme Frauen in die Verantwortung, stelle weiche Themen wie Familie und Pflege nach vorn, behalte aber wichtige Themen wie etwa die Raumfahrt-Technologie bei. Hier unterstützte Mit-Moderator Heckl: Wir Bayern können unter der Bevölkerung nur dann Geld verteilen, wenn wir in der Chemie, der Physik, der Robotik, der Digitalisierung zuvor Werte schaffen.

"Opa, wir schaffen das!"

Weitere Themen am Sonntags-Stammtisch waren der Brexit, die E-Mobilität, der Anschlag in Straßburg und der Klimagipfel von Kattowitz. Zum Schluss der Sendung lobte Erwin Huber alle, die in Ehrenämtern arbeiten. Auch die junge, leistungsorientierte Generation gebe ihm Hoffnung. Und seine Enkeltochter Charlotte habe ihm neulich gesagt: "Opa, wir schaffen das!"