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Der letzte Otto-Katalog wird in Nürnberg gedruckt | BR24

© BR / Rika Dechant

Nürnberg: Der letzte Otto-Katalog ist gedruckt.

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Der letzte Otto-Katalog wird in Nürnberg gedruckt

In Nürnberg wird heute zum letzten Mal der Otto-Katalog gedruckt, teilte das Unternehmen mit. Die Druckerei Prinovis wird am fränkischen Standort noch einmal eine Millionenauflage produzieren.

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Mit dem letzten Druckauftrag ist das Zeitalter der dicken Versandkataloge endgültig vorbei. Jahrzehntelang hatten die Kataloge von Otto und den ehemaligen Konkurrenten Quelle und Neckermann das Alltagsleben vieler Deutscher geprägt. Die Kataloge spiegelten den Zeitgeist wider, penibel füllten die Kunden die Bestellscheine aus. Doch längst wird im Internet bestellt, die kiloschweren Kataloge sind damit überflüssig geworden.

© picture alliance/dpa

Eine Frau blättert im Otto-Katalog

Fast jeder Otto-Kunde kauft online

Die Kunden hätten den Katalog selbst abgeschafft, weil sie ihn immer weniger nutzen, sagt Marc Opelt, Vorsitzender des Bereichsvorstands Otto. 97 Prozent der Otto-Kunden kaufen mittlerweile im Internet, teilte das Unternehmen mit. Und auch das Angebot und die Preise ändern sich heute schneller als Otto die Kataloge drucken könne, heißt es. In Zukunft wird es aber noch kleinere Spezialkataloge zu Sonderthemen geben.

Im Gegensatz zu Quelle und Neckermann hat Otto den Umstieg vom Katalog-Versender zum Online-Händler gut geschafft. Quelle ging 2009 Pleite, wenige Jahre später war Neckermann insolvent. Die Otto-Group sicherte sich daraufhin die Namensrechte.

Wissenschaftscampus E-Commerce

Erfolgreich konnte sich auch das oberfränkische Unternehmen Baur Versand mit Sitz in Burgkunstadt am Online-Markt positionieren. Frühzeitig setzte Baur Versand, das zu Teilen zur Otto-Group gehört, auf den Online-Handel. Um bei diesem auch in Zukunft mitzuspielen, hat Baur Versand zusammen mit dem Fraunhofer-Institut und mehreren Universitäten den Wissenschaftscampus E-Commerce in Burgkunstadt gegründet. Dort forschen junge Talente seit diesem Jahr an der Zukunft des elektronischen Handels und entwickeln zum Beispiel virtuelle Umkleidekabinen. Die Kunden könnten dann mit Virtual-Reality-Brillen ausgestattet die Kleidung bequem von zu Hause aus anprobieren.

© BR-Studio Franken/Tina Wenzel

Bei Prinovis wird der letzte Otto-Katalog gedruckt