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Der Kampf um die Maske: Beschimpfungen und Beleidigungen | BR24

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Die meisten Bürger sind willig und tragen Mund- Nasenschutz. Aber, es gibt auch die Anderen: die Anti Masken Bürger. In Berlin wurde am letzten Samstag ohne Maske demonstriert und das als Freiheitsrecht gefeiert.

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Der Kampf um die Maske: Beschimpfungen und Beleidigungen

Weil einzelne Kunden an ihrer Tankstelle in Nürnberg keinen Mund-Nasenschutz beim Bezahlen aufsetzen wollen, muss Pächterin Behice Bayraktar regelmäßig Diskussionen führen. Oft enden diese Auseinandersetzungen mit Beschimpfungen und Beleidigungen.

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Im morgendlichen Berufsverkehr, auf dem Weg zur Arbeit halten viele nochmal schnell an, um mitten in der Nürnberger Innenstadt zu tanken. An den Zapfsäulen aber auch am Eingang und an der Kasse werden sie darauf hingewiesen, dass sie bei Betreten der Tankstelle eine Maske aufsetzen müssen. Das Problem: Nicht jeder hält sich daran, berichtet Pächterin Behice Bayraktar.

Streit und Zoff um die Maske

Es sind zwar Einzelfälle sagt Bayraktar, aber die kämen eben regelmäßig vor: "Manche beharren darauf und weigern sich eine Maske zu tragen." Mehrmals am Tag muss sie mit Kunden darüber diskutieren, dass das Aufsetzen eines Mund-Nasenschutzes in geschlossenen Räumen eine Vorschrift sei, die vom Staat erlassen wurde und dass sich einfach jeder in diesem Land daran halten müsse. Die Verweigerer würden sich vehement dagegen wehren, nicht selten komme es zu unschönen Situationen: "Eben dann auch mit Beleidigungen, verbal ziemlich heftig und manchmal kann es auch ordentlich unter die Gürtellinie gehen", berichtet die Pächterin.

Hinweisschilder werden ignoriert

Ein großes Schild weist am Eingang darauf hin: Bei Betreten der Tankstelle, Mund-Nasenschutz tragen. Aber manche Menschen interessiert das offenbar nicht. "Also die stellen sich demonstrativ ins Geschäft rein und sagen: Jetzt bin ich aber hier, was willst Du jetzt machen?" Es sind Einzelfälle, die große Masse hält sich an die Vorschriften, aber die Einzelfälle sind ein Problem, findet sie.

Jeder Fall wird zur Anzeige gebracht

Inzwischen bastelt sie selbst aus Pappe Einmal-Masken, die die Kunden im Zweifelsfall aufsetzen müssen. "Da hilft dann auch nicht mehr die Ausrede: Ich habe keine dabei." Ein Versuch, die Maskenpflicht umzusetzen. Inzwischen greift sie zu stärkeren Mitteln. An jeder Zapfsäule steht Schwarz auf Weiß: "Zuwiderhandlungen werden ausnahmslos und anhand von Videoaufzeichnungen zur Anzeige gebracht."

Psychologe aus Bamberg forscht zum Thema Masken

Was geht in den Köpfen der Verweigerer vor? Der Psychologe Claus-Christian Carbon von der Uni Bamberg erforscht das Maskentragen. Er hätte gedacht, dass sich die Menschen inzwischen daran gewöhnt haben. Wenn zunehmend mehr Menschen sie ablehnen, beunruhigt ihn das. "Es könnte zu einer Erosion kommen und dann werden wir relativ verheerende Zustände bekommen, weil wir dann mit einer sehr starken zweiten Welle zu rechnen haben."

Warum lehnen Menschen den Mund-Nase-Schutz ab?

Carbon hat sich schon frühzeitig mit dem Thema auseinandergesetzt. Er vermutet, dass viele die Maske auch aus psychologischen Gründen ablehnen: "Die Leute kriegen keine direkte Rückmeldung, dass jetzt tatsächlich eine Krankheit bei ihnen eintritt, und jetzt beginnen sie das zu verhandeln. Sie versuchen ein bisschen mehr Freiheiten zu kriegen, das ist eigentlich etwas sehr Natürliches - aber eben auch brandgefährlich."

Es sind Einzelfälle. Die Mehrheit hält sich an Vorschriften.

Noch aber sind die Masken-Verweigerer in der Minderheit. Das bestätigt auch der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken Michael Konrad. Die große Masse der Bevölkerung zumindest in Mittelfranken halte sich an die Abstands- und Hygieneregeln. "Wir haben relativ wenige Einsätze, bei denen uns Leute rufen, wenn z.B. der Mundschutz nicht getragen wird, aber es gibt vereinzelt Fälle." Bei Leuten die das tun, könne man den Eindruck gewinnen, es seien Überzeugungstäter.

Vernunft - Abstand - Maske: Die Regeln sind eindeutig

Diese Regeln dienen dem Schutz vor allem auch der Mitmenschen. An der Nürnberger Tankstelle wünschen sich die Mitarbeiter, dass diese Regeln endlich von allen akzeptiert werden, ohne dass die Pächterin täglich darüber Diskussionen führen muss.