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Bildrechte: BR/Susanne Pfaller

Der mittelständische Kleiderbügelhersteller MAWA zählt seit Jahren zu den innovativsten Betrieben Deutschlands. Durch die Coronakrise ist man bislang gut gekommen - vor allem dank neuer Absatzmärkte, die man glänzend bedient.

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Der Hit in Asien: Glitzer-Kleiderbügel aus Pfaffenhofen

Der Kleiderbügelhersteller MAWA aus Pfaffenhofen ist gut durch die Pandemie gekommen. Die Firma hatte zwar Einbußen im europäischen Markt. Dafür hat sie neue Kunden in Asien gewonnen - dank Farbe und Glitzer.

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Von
  • Susanne Pfaller

Auf den Stangen des Kleiderbügelherstellers MAWA im oberbayerischen Pfaffenhofen glitzert es. Goldene, silberne und pinkfarbene Bügel warten in der Produktionshalle darauf, verpackt zu werden. Sie gehören zur Serie "Brilliant" - in Europa nahezu unverkäuflich, doch in Asien der Renner.

Kleiderschrank auf Hochglanz – mit Glitzer

Während in Europa die geschlossenen Modegeschäfte dazu geführt haben, dass hier weniger Bügel verkauft wurden, entdecken in Asien immer mehr Menschen ihr Interesse für den Kleiderbügel als Accessoire. Um sich zu Hause wohl zu fühlen, wird dort zunehmend auch der Kleiderschrank auf Hochglanz gebracht.

Auch bei Influencern glitzert es

Anregungen, wie man die eigene Wohnung noch schöner gestalten kann, holt man sich in Asien gern bei Influencern und allgemein in den Sozialen Netzwerken - noch viel häufiger, als das in Europa der Fall ist.

Deshalb beschäftigt MAWA Ines Pfab. Als Social Media Managerin bespielt sie für alle Länder Facebook und Instagram, kümmert sich aber auch um asiatische Besonderheiten. "In China gibt es zum Beispiel 'WeChat'. Das ähnelt WhatsApp, hat aber auch noch eine Kauffunktion", erklärt sie. "Noch viel wichtiger als in Europa sind in Asien die Influencer. Die arbeiten im sogenannten 'Interior Design Bereich', wo es hauptsächlich um Innenausstattung und Möbel geht. Und damit auch darum, wie man seinen Kleiderschrank gestaltet. Und da kann man natürlich den Kleiderbügel am einfachsten mit einfügen."

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Kleiderbügel-Produktion

Chinas liebste Bügel-Farben: Rot und Gold

Das mittelständische Unternehmen mit seinen 90 Angestellten zählt zu den Weltmarktführern in seiner Branche. Rund 20 Millionen Kleiderbügel produziert die Firma im Jahr. 85 Prozent davon werden exportiert. Der Löwenanteil geht nach Asien und dort liebt man glitzernde Bügel. In China sind vor allem die Farben Gold und Rot gefragt, in Japan glitzerndes Pink.

Mit landesspezifischem Marketing bemüht sich die Firma um ihre Kunden. "Die 'Brilliant Collection', wo wir Glitzerpartikel einstreuen, heißt überall in der Welt "Brilliant", nur in Japan heißt sie "Miyabi". Das ist angelehnt an eine der vielen Vornamen der japanischen Kaiserin. Und wir haben versucht, in Japan auch kulturell die Nähe zu finden in der Produktbezeichnung", sagt Geschäftsführerin Schenk.

Kleiderbügel aus Altkleidern

Jenseits der Glitzerwelt beschäftigt sich die Firma viel mit Nachhaltigkeit. Mit Energieeffizienz, Materialtrennung und Recycling. So verarbeitet das Unternehmen das Granulat von Altkleidern zu Kleiderbügeln. "Für alle Kunden ist das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig geworden, nicht nur für die Deutschen. Auch in Asien legt man Wert auf Nachhaltigkeit, was man so vielleicht gar nicht erwartet", sagt Schenk. Deshalb will die Firma ihre Kleiderbügel ab 2030 CO2-neutral herstellen.

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