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Der heimliche Feind der Handschrift | BR24

© pa/dpa

Schülerin beim handschriftlichen Hefteintrag

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    Der heimliche Feind der Handschrift

    Tablets und Smartphones - für Kinder kein Problem, schon Grundschüler beherrschen die Technik meist mit links. Der Haken dabei: Das flüssige Schreiben per Hand fällt ihnen inzwischen zunehmend schwerer. Von Lorenz Storch

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    Der bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband BLLV will, dass bayerische Schulen weiter die Handschrift pflegen. Es könne nicht sein, dass Beamer und Ipad zunehmend Tafel, Kreide und Heft ersetzen. Die Pflege der Handschrift dürfe nicht der Digitalisierung weichen, fordert BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann am heutigen Tag der Handschrift.

    "Smartphoneklassen und eine gute Handschrift sind kein Widerspruch!" Simone Fleischmann, BLLV-Präsidentin

    Hand und Hirn in Teamwork

    Eine Handschrift zu entwickeln heißt für den Lehrerverband nicht nur, einzelne Buchstaben zu schreiben, sondern sie auch flüssig und sauber verbinden zu können. Die Handschrift sei eine wesentliche Kulturtechnik und auch ein Ausdruck der Persönlichkeit. Der BLLV bewertet das eigenhändige Schreiben zudem als wichtig für den Lernprozess: "Wissenschaftler weisen immer wieder auf das Zusammenspiel von Hirnfunktionen und feinmotorischen Bewegungen hin", so Fleischmann.

    Handschrift als Erfolgsfaktor

    Durch den Einfluss von Tablets und Smartphones falle es inzwischen schon Grundschulkindern immer schwerer, flüssig und lesbar zu schreiben: "Im Computer- und Handyzeitalter wird mehr in Tastaturen getippt als sich im Schreiben geübt. Das bleibt nicht ohne Folgen: Das Kulturgut Handschrift wird zur Nebensache."

    In Bayern ist das Erlernen der Handschrift auch im neuen Grundschullehrplan verankert. Der BLLV sieht darin einen Erfolg seiner Arbeit. Für Heranwachsende sei die Schule vielfach noch der einzige Ort, an dem sie mit der Hand schreiben müssten und diese Fähigkeit gefragt sei. Jedes Kind profitiere von einer ordentlichen, sicheren, flüssigen und gut zu lesenden Handschrift, betont die BLLV-Präsidentin. Sie helfe beim Lernen auch in anderen Bereichen - und sei eine Voraussetzung für den Besuch von weiterführenden Schulen.