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Der größte Solarpark Süddeutschlands entsteht im Donaumoos | BR24

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Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, im Donaumoos, entsteht derzeit der größte Solarpark Süddeutschlands. Auf etwa 200 Fußballfeldern wird hier bald die Kraft der Sonne gesammelt. Die Bauarbeiten befinden sich derzeit auf der Zielgeraden.

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Der größte Solarpark Süddeutschlands entsteht im Donaumoos

In Berg im Gau, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, entsteht derzeit auf 140 Hektar der größte Solarpark Bayerns. Wenn er ans Netz geht, wird er Strom für rund 100.000 Einwohner erzeugen können. Ende des Jahres soll es so weit sein.

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Der Solarpark Schornhof wächst und wächst. Für 60 Millionen Euro entsteht im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen eine der größten Freiflächensolaranlagen Süddeutschlands. 140 Hektar groß ist die Anlage – so viel wie 200 Fußballfelder. Bereits im Oktober, so der Plan, wird der erste Strom aus einem Teil des Solarparks ins Netz eingespeist. Wenn der Park fertig ist, sollen aus den Solarpanels bis zu 120 Megawatt Strom fließen. Genug, um theoretisch alle 30.000 Haushalte des Landkreises zu versorgen. Ein Mammutprojekt, sagt Andreas Klier, einer der Geschäftsführer von Anumar. "Also die letzten eineinhalb Jahre hat das einen Großteil unserer Kapazitäten in Anspruch genommen. Das waren sehr sehr intensive Jahre", so Klier.

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Anumar-Geschäftsführer Andreas Klier

Stark verzögerter Baustart

Der erste Pfosten wurde zwar erst im März in den Boden gerammt, doch den Plan dafür gibt es schon seit Jahren. Schon vor zehn Jahren sollte der Bau beginnen. Doch weil die Bundesregierung damals die Förderung von Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen gestrichen hat, wurde das Projekt eingestampft. Ein großes Problem waren die hohen Preise für Solarpanels. Die sind mittlerweile aber viel billiger geworden – und der Solarpark wurde wieder bezahlbar. Trotzdem wurden hier 60 Millionen Euro investiert.

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Pfosten für Solarpanels soweit das Auge reicht – der Solarpark Schornhof ist 140 Hektar groß.

Solarkraft und Naturschutz

Laut Anumar wird der hier erzeugte Strom jährlich rund 77.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Zudem sind 40 der 140 Hektar Ausgleichsfläche, die sowieso nicht genutzt werden kann – weder landwirtschaftlich noch zur Bebauung. Geplant ist aber eine andere Nutzung: Bienenstöcke. Geht es nach den Betreibern, dann soll hier ein kleines "grünes Paradies" mitten in den Solarpanels und am Rand des Parks entstehen.

Absinken des Niedermoors verhindern

Der Solarpark hilft auch anders beim Klimaschutz: Früher wurde hier jahrelang Landwirtschaft betrieben. Dadurch vertrocknete und sackte das Niedermoor immer weiter ab. Durch den Bau des Solarparks wird die Fläche nicht mehr weiter auf diese Weise bewirtschaftet. Stattdessen setzen die Betreiber auf Tiere, die zwischen den Modulen grasen.

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Das Umspannwerk, das eigens für den Solarpark Schornhof gebaut worden ist.

Bund Naturschutz: Moor noch besser schützen

Auch der Bund Naturschutz kann dem Großprojekt Gutes abgewinnen. Allerdings greifen ihm die Schutzmaßnahmen für das Moor zu kurz. Eine Erhöhung des Grundwasserspiegels etwa wäre noch wünschenswert. Der Bund Naturschutz fordert daher, dies in den Planungen für weitere Solarprojekte im Donaumoos zu berücksichtigen.

Photovoltaik auf dem Vormarsch

Nach Angaben des "Energieatlas Bayern" ist Photovoltaik bei der Stromerzeugung zur zweitwichtigsten regenerativen Energiequelle nach der Wasserkraft aufgestiegen. Im Jahr 2018, so das Wirtschaftsministerium, konnte mit Solarstrom rechnerisch bereits der Strombedarf von 3,7 Millionen bayerischen Haushalten gedeckt werden. Der Beitrag von Solarstrom im Freistaat betrug nach der letzten Erhebung des Landesamtes für Statistik 15,9 Prozent.

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