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Der achtsame Bio-Hof im Westallgäu | BR24

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Auf ihrem Hof "Artemisia" in Hopfen bei Stiefenhofen (Lkr. Lindau) bauen Jakob und Kaspar Schlosser in zweiter Generation Kräuter und Gemüse an. Mit viel Achtsamkeit für Natur und Mensch ist dort ein echtes Kleinod entstanden.

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Der achtsame Bio-Hof im Westallgäu

80 Kräuter- und Heilpflanzen sowie 200 Topfpflanzen: Mit viel Liebe schufen die Betreiber eines Bio-Hofs im Westallgäu ein grünes Paradies. Wer sich auf den Weg dorthin macht, lernt eine Menge über die wohltuende Kraft der Natur.

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Auf ihrem Hof "Artemisia" in Hopfen bei Stiefenhofen im Landkreis Lindau bauen Jakob und Kaspar Schlosser in zweiter Generation Kräuter und Gemüse an. Im ersten Stock des alten Bauernhofs kann man beobachten, wie Jakob Schlosser und seine Helferinnen mit großen Messern eine leuchtend gelb blühende Pflanze in kurze Stücke schneiden: die Goldrute.

Goldrute hilft bei Nierenbeschwerden

"Die Goldrute an sich", sagt Jakob Schlosser, "ist nicht besonders geschmacksintensiv", sondern "eher neutral". Deshalb werde sie mit anderen aromatischen Pflanzen gemischt - zum Beispiel mit Anis-Ysop oder Zitronenmelisse. Die Goldrute sei eine Heilpflanze und helfe zum Beispiel bei Nierenbeschwerden.

Oben unterm Dach wird sie anschließend getrocknet. Hier duftet es betörend. Büschelweise hängen schwarze Minze, violetter Ysop und Bohnenkraut von den Dachbalken, in den Stellagen türmen sich pinkfarbene Cosmea-Blüten und orange Ringelblumen.

Achtsamkeit kommt auch beim Trocknen zum Tragen

Jakob Schlosser und sein achtjähriger Sohn Alan greifen beherzt zu, wenden die bunten Blüten. Was unten liegt, muss nach oben befördert werden, damit es richtig trocknet. "Letztendlich wie beim Heuwenden", erklärt Jakob Schlosser.

Schon hier kommt das Prinzip Achtsamkeit ins Spiel: Die Trocknung wird nicht durch eine Heizung beschleunigt. Es gibt lediglich einen Ventilator, der die Luft durcheinanderwirbelt. Nach den Worten von Schlosser ist die Trocknung auf diese Weise besonders schonend.

Kräuter werden von Hand verpackt

Statt 24 Stunden brauchen Kräuter und Heilpflanzen so fünf bis zehn Tage zum Trocknen. Erst dann werden sie für Tee- und Gewürzmischungen verpackt - alles von Hand. Handarbeit ist generell ein großes Thema bei "Artemisia". Nur so können die etwa 80 Kräuter- und Heilpflanzen sowie 200 Topfpflanzen gut wachsen.

Eigentlich ist das Allgäu nämlich für den Anbau von Kräutern nicht so gut geeignet. Wegen des vielen Regens sei die Zahl der verfügbaren Feldarbeitstage gering, an denen man den Traktor zum Hacken einsetzen könne, so Schlosser. Deshalb müsse man viel mit der Hand machen.

Die Natur darf sich holen, was sie braucht

Die Schlossers besitzen 13 Hektar Grund, nutzen aber nur 1,5 Hektar für den Anbau. Auf dem Rest darf sich die Natur holen, was sie braucht. Es gibt Brachen mit Büschen, Bäumen und Brennnesseln. Ein Teil ist als öffentlicher Park angelegt: Natur als Erholungsraum.