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Depressionen von Schülern: Viel Anerkennung für Petition | BR24

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Mit einer Petition will eine Gruppe von Abiturienten das Thema Depressionen unter Schülern in den Fokus rücken. Im zuständigen Ausschuss des Landtags gab es viel Lob für die Initiative. Nun muss sich die Staatsregierung detailliert damit befassen.

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Depressionen von Schülern: Viel Anerkennung für Petition

Mit einer Petition will eine Gruppe von Abiturienten das Thema Depressionen unter Schülern in den Fokus rücken. Im zuständigen Ausschuss des Landtags gab es viel Lob für die Initiative. Nun muss sich die Staatsregierung detailliert damit befassen.

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Eine Gruppe engagierter Abiturienten hat im Landtag erreicht, dass psychischen Krankheiten von Schülern künftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Schüler hatten nicht nur einen Film zum Thema jugendliche Depression gedreht, sondern auch eine Online-Petition gestartet, die inzwischen mehr als 42.000 Menschen unterschrieben haben.

Am Donnerstag überwies der Bildungsausschuss des Landtags die an sich rechtlich nicht bindende Petition zur Würdigung an die Staatsregierung - ein ziemlich seltener Schritt, denn die meisten Petitionen werden abgelehnt.

"Überragendes Engagement der jungen Leute"

"Das ist dem überragenden Engagement der jungen Leute zu verdanken", bilanzierte der Berichterstatter im Ausschuss, der Grünen-Politiker Max Deisenhofer. Der ausgebildete Lehrer sieht durch die Initiative einen wunden Punkt getroffen: "Wir brauchen mehr Wissen zum Thema Depression und psychische Erkrankungen, und wir brauchen eine Sensibilisierung bei den Schülern und Mitschülern, aber auch bei den Lehrerinnen und Lehrern."

Gestartet wurde die Petition von einer Schülergruppe aus Taufkirchen bei München. Initiator Alexander Spöri erklärte am Donnerstag, dass Lehrer das Thema Depression auch bisher schon im Unterricht einbinden können - allerdings freiwillig. Spöri und die anderen Unterstützer der Petition fordern, dass das Thema künftig verpflichtend behandelt wird. Zudem soll es ab der neunten Klasse entsprechende Info-Veranstaltungen geben.

Diese Forderung hängt auch mit Erfahrungen zusammen, die die Schüler aktuell im Abitur-Stress machen:

"Wir haben in der Abi-Vorbereitung natürlich gemerkt, dass viele dem Druck nicht Stand halten können - und teilweise über Tage hinweg fehlen. Manche brechen auch heulend in der Klasse zusammen." Alexander Spöri, Initiator der Petition

Piazolo hat Zehn-Punkte-Plan angekündigt

Kultusminister Michael Piazolo von den Freien Wählern hatte am Dienstag mit einem Zehn-Punkte-Plan auf die Petition reagiert. Zukünftig sollen Schüler, Eltern und Lehrer besser über Depressionen und Angststörungen informiert werden. Im kommenden Doppelhaushalt soll zudem Geld für 100 weitere Schulpsychologen und Sozialpädagogen zur Verfügung gestellt werden. Außerdem sei Depression bereits Pflicht in den neueren Lehrplänen im Fach Ethik, so das Ministerium.

Die Schüler jedenfalls sind mit den Folgen ihres Engagements zufrieden. "Wir sind schon stolz, dass man jetzt wirklich etwas macht", erklärte Initiator Spöri am Donnerstag.

Ein Hintergrund der Petition ist der Umstand, dass die Zahl psychisch erkrankter Schüler Anlass zur Sorge gibt. Die Kaufmännische Krankenkasse KKH hat auf Basis ihrer Versichertendaten errechnet, dass 2017 in Deutschland rund 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren von psychischen Erkrankungen ohne organische Ursache betroffen waren. Gründe seien permanenter Leistungsdruck in der Schule, Mobbing sowie gesellschaftlicher Druck durch Medien, Idole und Influencer.