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DenkOrt für deportierte Juden auch in Schweinfurt gefordert | BR24

© Staatsarchiv Würzburg

Juden werden am Würzburger Güterbahnhof "Aumühle" deportiert

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    DenkOrt für deportierte Juden auch in Schweinfurt gefordert

    Die "Initiative gegen das Vergessen" in Schweinfurt fordert wie in Würzburg einen DenkOrt Deportation zu errichten. Am Würzburger Hauptbahnhof ist ein Denkmal errichtet worden, das an die Deportationszüge mit jüdischen Mitbürgern erinnern soll.

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    Benita Stolz, die Initiatorin des Mahnmal-Projektes, begründet ihr intensives Engagement so: "Ich wollte etwas, das lebt, das immer wieder neu entstehen muss, an dem viele beteiligt sind.“ Sie knüpfte Kontakte mit allen unterfränkischen Gemeinden, in denen es 1933 jüdische Kultusgemeinden gab. Bisher beteiligten sich 47 Gemeinden, die zwei identische Gepäckstücke – Koffer, Rucksäcke, Deckenrollen aus Holz, Metall, Beton oder Stein – künstlerisch gestalten ließen. Vorbilder für die Gestaltung lieferten historische Fotos von Koffern, die am Deportationsbahnhof und in Auschwitz erhalten blieben.

    Großes Mahnmal in Würzburg als Vorbild

    Eines der beiden Gepäckstücke wird am großen Mahnmal in Würzburg aufgestellt, das andere in den betroffenen Gemeinden. Jedes Gepäckstück trägt ein einheitliches Schild mit dem Namen der ehemaligen jüdischen Kultusgemeinde. Damit wird ein enger Bezug zu den Herkunftsorten der deportierten Menschen hergestellt.

    In einigen Gemeinden, wie zum Beispiel in Schwanfeld im Landkreis Schweinfurt, wurde bereits in Feierstunden entsprechende DenkOrte zur Erinnerung und Mahnung eingeweiht. Aus Schweinfurt wurden 52 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger deportiert. Ein abstrakt gehaltenes Gepäckstück aus Beton soll an die Schweinfurter Juden erinnern. Bisher gibt es aber laut der "Initiative gegen das Vergessen" keine Informationen der Stadt über den Standort oder über ein Konzept, wie der Erinnerungsort präsentiert werden soll.

    Erinnerung heute wichtiger als je zuvor

    Die "Initiative gegen das Vergessen“ fordert, auch die Öffentlichkeit zu beteiligen. "Auch Gedanken zu einem pädagogisch altersgerechten Umgang mit dem "DenkOrt Deportationen“ müssen erarbeitet werden, damit sich junge Menschen sachlich, aber auch emotional mit den Biografien der Opfer des Nationalsozialismus in Schweinfurt auseinandersetzen können. Allein damit, ein Kunstwerk irgendwohin zu stellen, erreicht man es nicht, die Menschen zu berühren, sie vielleicht sogar zu erschüttern. Erinnerung ist notwendiger denn je. Dazu gehört auch der Plan der ehrenamtlich tätigen Initiative gegen das Vergessen, einzelne Denksteine zur Erinnerung an die vielen ermordeten Jüdinnen und Juden aus der Stadt Schweinfurt zu installieren,“ schreibt Johanna Bonengel von der "Inititiative gegen das Vergessen“ in Schweinfurt.

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