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Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Stephan Schulz

Soll abgerissen werden: Das Blaue Haus in Hof.

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Denkmalschützer fordern Marketing für Industriestadt Hof

In Hof wächst die Kritik am Umgang mit historischen Bauten. Etliche Vereine fordern nun einen eigenen "Denkmalrat". Der soll Investoren neue Ideen zum Erhalt traditionsreicher Bauwerke aufzeigen und die Industriegeschichte der Stadt würdigen.

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Von
  • Annerose Zuber

Nach dem Abriss des ehemals denkmalgeschützten Bahn-Lokschuppens in Hof könnte auch noch das letzte markante Bauwerk der Textilindustrie aus dem Stadtbild verschwinden. Ein Investor will die Überreste des sogenannten "Blauen Hauses" abreißen und eine Wohnanlage bauen. Auch über die Sanierung des Hofer Bahnhofsgebäudes wurde zuletzt diskutiert. Mehrere Vereine aus Hof und der Region fordern unter Federführung von Kreisarchiv-Pfleger Adrian Roßner nun ein eigenes Denkmalschutz-Konzept für die Stadt.

Denkmalrat in Hof soll Investoren Impulse geben

Die Ehrenamtlichen wollen sich zudem in einem Expertengremium einbringen. Dieser sogenannte "Denkmalrat" könnte zusammen mit der Stadt Investoren beraten und neue Ideen und Fördermöglichkeiten zum Erhalt historischer Gebäude einbringen. "Uns ist vollkommen klar, dass nicht jedes Gebäude gerettet werden kann", heißt es in einem Brief der Vereine an alle Hofer Stadträte. Vielmehr gehe es um das Aufzeigen von finanzierbaren Kompromiss-Lösungen, so Roßner.

Stadt Hof: Textilindustrie war Aushängeschild

Der Kreisarchiv-Pfleger erinnert daran, dass Hof im 19. Jahrhundert als eine der ersten bayerischen Städte einen Bahn-Anschluss hatte. So konnte die Textilindustrie stark anwachsen und die oberfränkische Stadt wurde als "Manchester Bayerns" bekannt.

"Hof ist eine Industriestadt. Und das ist nicht mehr und nicht weniger Wert, als etwa der Barock in Bayreuth oder das Mittelalter von Rothenburg. Aber während in diesen Städten mit der historischen Tradition gearbeitet und sie auch fürs Marketing zielführend genutzt wird, scheint man in Hof die Industriegeschichte noch nicht so wertzuschätzen" Adrian Roßner, Kreisarchiv-Pfleger

Behörde für Denkmalschutz soll personell aufgestockt werden

Die Ehrenamtlichen wollen deshalb Abhilfe schaffen und schlagen dem Stadtrat vor, ihr Wissen im Denkmalrat einzubringen. Außerdem sollte die sogenannte "Untere Denkmalschutzbehörde" für Hof gestärkt werden. Sie ist momentan im Hofer Rathaus angesiedelt und aufgrund der Personalnot in der Stadtverwaltung nur mit einem Mitarbeiter besetzt.

Getragen wird die neue Denkmal-Initiative neben Kreisarchiv-Pfleger Adrian Roßner, der gleichzeitig auch Kulturreferent und 2. Vorsitzender des Fichtelgebirgsvereins ist, auch von Stadtheimatpfleger Leo Reichel, dem Verschönerungsverein Hof, dem Förderverein Theresienstein sowie den Gruppen "Agenda 21 Hof" und "Bürger am Zug".

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