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Demonstration gegen Besucheransturm auf die Mainschleife | BR24

© BR/Jürgen Gläser

Demo auf dem Main gegen Über-Tourismus

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    Demonstration gegen Besucheransturm auf die Mainschleife

    Hunderte Luftmatratzen auf dem Altmain, zugeparkte Straßen in den Orten an der Mainschleife, Müll am Ufer: Dagegen demonstrieren Anwohner heute in Astheim im Landkreis Kitzingen. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.

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    Vor allem jetzt in den Sommermonaten habe sich die Mainschleife zum Hotspot für Tagestouristen entwickelt und die Region werde förmlich überrannt, sagte Thomas Leipold, der Organisator der Demo, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Zusammen mit anderen Anwohnern hat er deshalb eine Demonstration mit 200 Teilnehmern angemeldet. Er hofft, dass sich die Teilnehmer der Demos an die Corona-Regeln halten. Die Demonstranten wollen eine Kreuzung an der Schleuse bei Astheim blockieren – und planen weitere Demos in den nächsten Wochen.

    "Wir haben die Schnauze voll"

    "Wir haben nichts gegen Tourismus, aber inzwischen ist es zu viel. Jetzt in den Sommerferien und an heißen Wochenenden sind es um die 1.000 Leute am Tag. Wir haben die Schnauze voll", so die drastischen Worte des Winzers aus Astheim. Auf dem Altmain seien an warmen Tagen hunderte Menschen mit Luftmatratzen, Schlauchbooten, Kanus oder Standup-Paddleboards unterwegs.

    Missachtung der Corona-Regeln

    Viele Besucher würden sich nicht an Verkehrsregeln halten und die Orte zuparken. Anwohner kämen nicht mehr aus ihren Einfahrten heraus und Rettungswege seien versperrt. "Außerdem ist den Leuten der Naturschutz egal. Sie schmeißen ihren Müll überall hin. Kaputte Luftmatratzen und Bierkästen liegen herum, Flaschen werden in den Main geworfen", so Leipold. Viele würden sich auch nicht an die Corona-Abstandsregeln halten.

    Anwohner fühlen sich von der Politik im Stich gelassen

    Die Anwohner fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Eine Taskforce aus Polizei, Politik und Tourismus-Vertretern hat zwar Sofortmaßnahmen beschlossen. Aber mehr Mülleimer, mobile Toilettenanlagen und eine Verlegung der Parkplätze würde laut Leipold das Problem nicht lösen: "Die Tourismus-Verantwortlichen haben schon die letzten Jahre überregional viel Werbung für die Mainschleife gemacht. Der extreme Besucheransturm ist jetzt das Ergebnis."

    Die Corona-Pandemie und die Idee, Urlaub in Bayern zu machen, sei nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein. Leipold kritisiert außerdem, dass die Tagestouristen kaum Geld in der Region lassen würden. "Die bringen sich alles selber mit und gehen nicht in die Restaurants an der Mainschleife", so die Meinung des Winzers.

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