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Demonstration für Freilassung von Alexej Nawalny in Nürnberg | BR24

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Die Freilassung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny sowie weiterer politischer Gefangener in Russland haben heute rund 25 Menschen am Kornmarkt gefordert.

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Demonstration für Freilassung von Alexej Nawalny in Nürnberg

Der Fall des inhaftierten russischen Kreml-Kritikers Nawalny sorgt auch in Nürnberg für Aufsehen. Dort hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Sie initiierte eine Protestveranstaltung auf dem Kornmarkt und fordert die Freilassung Nawalnys.

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Von
  • Daniel Peter
  • BR24 Redaktion

Rund 30 Menschen haben mit Rosen und Plakaten für die Freilassung Alexej Nawalnys sowie weiterer in Russland Gefangener wie Sergej Furgal demonstriert. Der Protest wurde initiiert von der "Allianz für ein freiheitlich-demokratisches Russland". Mitorganisatorin Elizaveta Shlosberg sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Wir fordern auch Sanktionen gegen Vertraute von Präsident Putin".  Auch das Projekt Nord Stream 2 müsse gestoppt werden, bis die russische Regierung ihr Verhalten ändere. Die Demonstranten forderten außerdem unabhängige und faire Gerichtsverhandlungen sowie die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften durch die russischen Staatsorgane.

Gedenken an Boris Nemtsov

Ein weiterer Anlass für die Demonstration war das Gedenken an den ehemaligen russischen Vize-Premierminister Boris Nemtsov. Der damals prominenteste russische Oppositionelle wurde genau vor sechs Jahren in der Nähe des Kreml erschossen. Ein ehemaliger Offizier aus Tschetschenien wurde 2017 für den Mord verurteilt. Die Familie Nemtsovs sowie seine Anhänger werfen den russischen Behörden vor, die Drahtzieher für den Mord bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen zu haben.

Initiatorin lebt seit 20 Jahren in Nürnberg

Bereits am 13. Februar war die "Allianz für ein freiheitlich-demokratisches Russland" in Nürnberg für Nawalny auf die Straße gegangen. Die 36-Jährige Elizaveta Shlosberg lebt seit mehr als 20 Jahren in Nürnberg. Sie hat einen deutschen und einen russischen Pass. Angst vor Repressalien, etwa bei ihrer nächsten Einreise nach Russland, habe sie nicht, sagte sie damals.

Nawalny verbüßt Urteil in Straflager

Der derzeit wichtigste Widersacher Putins, Alexej Nawalny, wurde in den vergangenen Tagen in ein Straflager gebracht. Er war wegen angeblicher Verstöße gegen seine Bewährungsauflagen zu mehr als zwei Jahren Haft in einem Straflager verurteilt worden. Die Entscheidung wurde international scharf verurteilt und löste Massenproteste in Russland aus.

Nawalny war nach einem Giftanschlag im August, für den er den Kreml verantwortlich macht, in Deutschland im Krankenhaus behandelt worden. Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Russland im Januar wurde er festgenommen. Seine Unterstützer kritisieren das Vorgehen der Justiz gegen ihn als politisch motiviert.

Umstrittene Vorwürfe gegen Furgal

Gegen den früheren Unternehmer und Politiker Sergej Furgal wird wegen Beteiligung an Auftragsmorden vor mehr als 15 Jahren ermittelt. Der Ex-Gouverneur von Chabarowsk im äußersten Osten Russlands sitzt seit Anfang Juli in Moskau in Haft. Der 50-Jährige bestreitet die Vorwürfe vehement.  

Furgal ist Mitglied der ultranationalistischen Liberaldemokratischen Partei des Rechtspopulisten Wladimir Schirinowski. Bei der Gouverneurswahl 2018 setzte er sich gegen den Kandidaten der Kremlpartei durch. Seither ist er ein Ärgernis für Moskau.

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Demonstration für Alexej Nawalny auf dem Nürnberger Kornmarkt.

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