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Demonstranten in München fordern "Freiheit für Nawalny" | BR24

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Bildrechte: BR / Martin Voglmaier

Die Unterstützer von Alexej Nawalny haben einen Protesttag ausgerufen. In mehr als 90 russischen Städten fordern sie die Freilassung des Kreml-Kritikers. In mehreren Städten ging die Polizei hart gegen die verbotenen Proteste vor.

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Demonstranten in München fordern "Freiheit für Nawalny"

Parallel zu den Demonstrationen in Russland sind auch in München rund 200 Menschen auf die Straße gegangen. Sie fordern von der russischen Regierung, den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny freizulassen.

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Von
  • Manuel Rauch
  • Martin Voglmaier

"Putin ist ein Dieb!", skandieren sie in Sprechchören - und: "Freiheit für Nawalny!" Auf dem Münchner Odeonsplatz sind am Samstag 200 Demonstrantinnen und Demonstranten zusammengekommen. Mehr Teilnehmer waren aufgrund der anhaltenden Corona-Maßnahmen nicht zugelassen. Sie forderten die sofortige Freilassung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny. Die Demonstration dauerte mehrere Stunden - zeitgleich zu landesweiten Protesten in Russland. Dort hat die Polizei rund 2.500 Menschen festgenommen.

Frau des ermordeten Kreml-Kritikers Litwinenko demonstriert mit

Viele der Protestierenden auf dem Münchner Odeonsplatz haben eine enge Verbindung zu Russland. Sie sind dort geboren, leben jetzt aber in Deutschland. Am Mittag gesellte sich eine prominente Demonstrantin hinzu: Marina Litwinenko, die Frau des ermorderten Kreml-Kritikers Alexander Walterowitsch Litwinenko. Der Ex-KGB-Agent war im Jahr 2006 mit radioaktivem Polonium vergiftet worden. Im Jahr 2016 kam ein britischer Richter zu dem Ergebnis, dass die Ermordung Litwinenkos wahrscheinlich von Russlands Präsident Wladimir Putin sowie dem russischen Geheimdienstchef gebilligt worden war.

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Parallel zu den Demonstrationen in Russland sind auch in München rund 200 Menschen für die Freilassung Nawalnys auf die Straße gegangen.

Nawalny kämpft für Freiheit

Der Fall Alexej Nawalny weckt Erinnerungen an jenen Giftmord vor 15 Jahren. Nawalny war im August des vergangenen Jahres mit einem chemischen Kampfstoff der zu Sowjetzeiten entwickelten Nowitschok-Gruppe vergiftet worden. Er macht den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich für den Anschlag verantwortlich. Der Kreml weist eine Beteiligung zurück.

Nach seiner monatelangen Behandlung in Deutschland, war der Kreml-Kritiker am vergangenen Sonntag nach Moskau zurückgekehrt, wo er am Flughafen festgenommen wurde. Ein Gericht verurteilte Nawalny am Montag zu 30 Tagen Haft. Der 44-jährige Jurist soll mit seinem Aufenthalt in der Bundesrepublik gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben.

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