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Demo vor Münchner Staatskanzlei für ökologische Agrarpolitik | BR24

© Manuel Mehlhorn, BR

Demonstration für eine Änderung der EU-Agrarpolitik vor der bayerischen Staatskanzlei.

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    Demo vor Münchner Staatskanzlei für ökologische Agrarpolitik

    Etwa 50 Teilnehmer von der Arbeitsgemeinschaft Bäuerlicher Landwirtschaft (ABL) bis zu städtischen Klimaaktivisten, darunter die Naturschutzverbände BN und Greenpeace, sie alle haben vor der Staatskanzlei für eine andere Agrarpolitik demonstriert.

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    Für einen besseren Artenschutz und gegen das Höfesterben, für einen Green Deal im Agrarbereich haben in München Bauern und Vertreter verschiedener Umweltorganisationen demonstriert. Termin und Schauplatz waren aus zwei Gründen so gewählt. Heute tagte der Landwirtschaftsausschuss, und in Brüssel hat die Deutsche EU-Präsidentschaft begonnen.

    Markus Söder soll als CSU-Chef Europaabgeordnete zu Wandel bewegen

    Dabei forderten sie eine Veränderung der EU-Agrarpolitik. Richard Mergner, der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern wandte sich ausdrücklich an Markus Söder als Bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef: „Wir haben es satt, dass diejenigen, die in Brüssel etwas ändern könnten, es nicht machen. Er hat es in der Hand, dass seine Abgeordneten im EU-Parlament, Herr Weber und andere, dass unsere Steuergelder, die Milliarden, anders verteilt werden und dass sie denen zugute kommen, die auf Natur und Artenschutz achten und ihre Tiere anständig behandeln."

    ABL fordert Abschied von der Exportorientierung

    In der Arbeitsgemeinschaftg Bäuerliche Landwirtschaft (ABL) sind konventionelle und ökologisch wirtschaftende Bauern Mitglied. Der Vorsitzende der ABL in Bayern, Biobauer Josef Schmid forderte vor allem eine Änderung bei den Subventionen. Es dürfe nicht sein, dass weiter 280 Euro pro Hektar Fläche weitgehend pauschal und ohne ökologische Auflagen gezahlt würden, so Schmid, auch in der Förderung müsse sich etwas ändern:

    "Wir müssen weg von der Exportorientierung, immer billiger für den Weltmarkt zu produzieren. Denn genau das hat uns in die Situation gebracht, dass wir einerseits immer intensiver wirtschaften sollen und andererseits immer neue Auflagen bekommen." Josef Schmid AB

    Nur mit massiven Futterimporten und Überdüngung sei diese falsche Strategie möglich, so Schmid. Die Haltung der AB, im Gegensatz zum Bayerischen Bauernverband ABL ist es deswegen, Landwirte stärker zu fördern, die extensiv sich an die Fruchtfolge halten, die auf kleineren Flächen wirtschaften und Wiesen nicht umbrechen, kurzum, die weniger intensiv wirtschaften. Nur so werde eine Förderung für die Landwirtschaft von der Gesellschaft langfristig akzeptiert, so Schmid.

    Mit dem durch eine sinkende Flächenprämie eingesparten Geld müsse die Landwirtschaft beispielsweise dabei unterstützt werden, Pestizide einzusparen, weiter auf Ökolandbau umzustellen, Geflügel, Schweine und Rinder tiergerecht zu halten oder über vielfältigen Kulturwechsel Bodenhumus aufzubauen, um damit CO2 zu binden, fasst das Pressepapier den Ansatz des Green Deal zusammen.

    Wobei insbesondere zum Umbau der Tierhaltung noch zusätzliche Mittel aus Steuergeldern erforderlich seien.

    Biolandwirtschaft hilft beim Kampf gegen den Klimawandel

    Unterstützung bekamen die Bauern der ABL von Organisationen wie dem Klimaherbst München, den Parents4Future und Fridays4Future. Vetreterinnen dieser Initiativen machten darauf aufmerksam, dass mehr Biolandwirtschaft auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leiste, nicht nur zu einer gesünderen Ernährung und einer besseren Tierhaltung.

    Lehren aus der Corona-Pandemie

    Erst in den letzten Wochen habe man in der Corona-Krise gesehen, dass das Virus in großen Schlachtbetrieben sich schnell ausgebreitet habe, so Beatrix Fuchs von Greanpeace. Auf der anderen Seite habe aber gerade die Coronakrise gezeigt, dass die Politik effektiv handeln könne. Beweis sei der bisherige Erfolg in der Bekämpfung von Corona in Deutschland und Bayern.

    Forderungspapier übergeben

    Aus Bayern müsse deshalb ein Ruck ausgehen bis nach Brüssel für einen Wandel in der Agrarpolitik, das war die gemeinsame Forderung der verschiedenen Initiativen vor der Staatskanzlei. Am Ende übergaben sie ein Papier mit den wichtigsten Positionen an den für Agrarpolitik zuständigen Beamten in der Staatskanzlei. Der bedankte sich, ließ sich vor der Presse aber nicht auf eine inhaltliche Diskussion ein. Die gab es nach der Demo dann bei einem gemeinsamen Gespräch.

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