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Demo in Berlin: Schausteller fordern Rettungsschirm | BR24

© BR/Alexander Brutscher

Kinderkarussell auf dem Augsburger Rathausplatz

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    Demo in Berlin: Schausteller fordern Rettungsschirm

    Die derzeitige Situation komme einem Berufsausübungsverbot gleich – so schätzen die deutschen Schausteller ihre Situation ein. Wegen der Corona-Auflagen können sie nicht arbeiten. Heute demonstrieren sie in Berlin auch mit schwäbischen Teilnehmern.

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    "Das Karussell muss sich weiterdrehen!" Unter diesem Motto sind für heute zahlreiche Schausteller aus ganz Deutschland nach Berlin gefahren und einem Aufruf des Deutschen Schaustellerverbandes gefolgt. Sie wollen mit einer Großkundgebung auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen. Aufgrund der Corona-Auflagen sind laut Schaustellerverband mehr als 5.000 Familienunternehmen in ihrer Existenz bedroht.

    Schausteller haben hundertprozentigen Einnahmeausfall

    Unter den Demonstranten wird auch Nadine Lang sein. Mit ihrer "Augsburger Nusswelt", einem Stand für Süßigkeiten, steht sie normalerweise unter anderem auf den beiden Augsburger Plärrern und auf dem Augsburger Weihnachtsmarkt. Die 35-Jährige wurde in das Geschäft hineingeboren – sie ist Schaustellerin in fünfter Generation. Doch in diesem Jahr hat sie einen hundertprozentigen Einnahmeausfall.

    Geld zum Leben fehlt den Schaustellern

    "Schlimmer geht es gar nicht", sagte Nadine Lang gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Wenn mal eine Veranstaltung abgesagt werde, könne man das überbrücken. Aber wenn alles ausfalle, fehle das Geld zum Leben. In Augsburg wurde auch der Herbstplärrer für dieses Jahr abgesagt. Über den Weihnachtsmarkt wird zwar noch diskutiert, aber "die Hoffnung schwindet langsam", so Nadine Lang.

    Schausteller sehen ihre Existenz bedroht

    Ihre Familie hat sich über Generationen hinweg erfolgreich eine Existenz als Schausteller aufgebaut. Kurz vor der Corona-Krise habe sie erst einen Kredit abgeschlossen, um das Geschäft zu erneuern. Doch nun sei alles bedroht.

    Augsburger Stadtsommer statt Plärrer

    In der Stadt Augsburg gibt es immerhin einen kleinen Hoffnungsschimmer. Dort dürfen die Schausteller beim Augsburger Stadtsommer bis Mitte September Fahrgeschäfte und Süßwarenstände auf zentralen Plätzen aufstellen. Auf dem Rathausplatz sind bereits ein Kinderkarussell und ein Kettenkarussell geplant. Die Aktion können den Plärrer zwar nicht ersetzen, so die Schausteller, aber es sei besser, als die Fahrgeschäfte stillstehen zu lassen.

    Schausteller fordern Rettungsschirm von der Politik

    Von der Politik fühlen sie sich dagegen vergessen, sagt Nadine Lang zur Stimmung unter den Schaustellern. Andere Gewerbetreibende hätten einen Rettungsschirm bekommen, das fordern die Schausteller auch für ihre Branche. Kurz vor der politischen Sommerpause, hoffen sie, dass sie in Berlin Gehör finden.

    Kundgebung vor dem Brandenburger Tor

    Mit einer rollenden Großkundgebung und Schausteller-Fahrzeugen aus ganz Deutschland wollen sie am Wirtschafts-, Gesundheits- und Finanzministerium vorbeiziehen. Am Mittag soll es dann eine Kundgebung am Brandenburger Tor geben. Mit ihrer Aktion wollen die Schausteller dabei nicht nur auf ihre eigene Situation aufmerksam machen, sondern auf die Situation in der Veranstaltungsbranche insgesamt.