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Demo der Miltenberger Einzelhändler gegen Märktezentrum | BR24

© Katrin Küx/BR-Mainfranken

Weil in Miltenberg ein neues Märktezentrum entstehen soll, fürchten die Einzelhändler um ihre Geschäfte. Sie gehen ungewöhnliche Wege, um dagegen zu demonstrieren: Sie schließen einen Vormittag lang ihre Läden.

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Demo der Miltenberger Einzelhändler gegen Märktezentrum

Weil in Miltenberg ein neues Märktezentrum entstehen soll, fürchten die Einzelhändler um ihre Geschäfte. Sie gehen ungewöhnliche Wege, um dagegen zu demonstrieren: Sie schließen einen Vormittag lang ihre Läden.

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In Miltenberg sind die Geschäfte in der Innenstadt heute Vormittag geschlossen geblieben. Die Einzelhändler und ihre Mitarbeiter haben gegen das geplante Märktezentrum am Stadteingang demonstriert. Nachdem das Gelände des Alten Bahnhofs jahrelang brachlag, sollen hier Geschäfte, Wohnungen und ein Hotel entstehen. "Wir sind nicht prinzipiell gegen das Bauvorhaben, aber wir fordern, dass die Pläne für das Märktezentrum von Stadtverwaltung und Investor überarbeitet werden", erklärt Marion Deumer von der Werbegemeinschaft M-City gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Verkaufsfläche für Bekleidung größer geplant

Ursprünglich seien laut Deumer dort 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche für Bekleidung vorgesehen – das ging aus dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) hervor. Heute seien mit 2.200 Quadratmetern für Textil und Schuhe mehr als doppelt so viel wie ursprünglich in der Planung.

Marion Deumer betreibt ein Modegeschäft in der Innenstadt. Wenn die Menschen für ihre Einkäufe bereits am Stadteingang "hängen bleiben“, würden ihr zufolge nicht nur die Schuh- und Textilgeschäfte in der Innenstadt darunter leiden, sondern auch die Bäckereien, Cafés und Restaurants.

Unterstützung von IHK und Handelsverband

Unterstützung bekommen die Miltenberger Einzelhändler sowohl vom Handelsverband Bayern (HBE) als auch von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie schreiben in einer Stellungnahme an die Stadt Miltenberg, die dem BR vorliegt: "Mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan soll Baurecht für einen erheblichen Verkaufsflächenzuwachs geschaffen werden, ohne zuvor eine fundierte Überprüfung der Verträglichkeit anzustellen, beziehungsweise mögliche Fehlentwicklungen kritisch zu bewerten."

Kritik von den Grünen an Märktezentrum in Miltenberg

Die Verkaufsfläche am ehemaligen Bahnhof reiche mit ihren gut 5.300 Quadratmetern an die Verkaufsfläche in der Innenstadt Miltenbergs heran, die gut 7.000 Quadratmeter betrage, so die Einzelhändler. Kritik am Projekt "Wohnen am Fluss – Einkaufen in der Stadt" kommt auch von Seiten der Miltenberger Grünen. Diese fordern, statt weiterer Märkte mehr Wohnungen auf dem Gelände zu schaffen.

Miltenbergs Bürgermeister Helmut Demel (Liberale Miltenberger) hätte sich gewünscht, dass man mehr miteinander redet – statt über- und gegeneinander. "Es hat zig Informationsveranstaltungen gegeben, die Pläne lagen öffentlich aus. Natürlich ist mir in keiner Weise daran gelegen, dass unsere schöne Innenstadt durch das Projekt am Alten Bahnhof Schaden nimmt", so der Bürgermeister.

© BR/Katrin Küx

Die Einzelhändler von Miltenberg demonstrieren gegen ein geplantes Märktezentrum.

© BR/Katrin Küx

Mit Schildern demonstrieren die Miltenberger Händler vor dem Rathaus.

© BR/Katrin Küx

"Weniger ist mehr" steht auf den Schildern der Demonstranten.

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Auf einem Schild steht "Friday for Miltenberg".

© BR/Katrin Küx

"Grün muss her statt Beton und Teer" steht auf einem Schild der Einzelhändler.

© BR/Katrin Küx

Auf dieser Fläche am Stadteingang von Miltenberg soll ein neues Märktezentrum entstehen.