| BR24

 
 

Bild

Schild vor dem Amts- und Landgericht Deggendorf
© BR/Harald Mitterer

Autoren

Harald Mitterer
© BR/Harald Mitterer

Schild vor dem Amts- und Landgericht Deggendorf

Im Pfefferspray-Prozess vor dem Landgericht Deggendorf ist heute - anders als erwartet - doch kein Urteil gefallen. Im Januar geht der Prozess weiter. Was allerdings heute bekannt wurde: Der Angeklagte muss offenbar doch nicht dauerhaft in die geschlossene Psychiatrie, wo er seit seiner Festnahme untergebracht ist.

Ist der Täter eine Gefahr für die Allgemeinheit?

Der Angeklagte, so die psychiatrische Gutachterin und Ärztin Dr. Susanne Lausch, leidet an einer speziellen Form des Autismus und an vorübergehenden psychotischen Episoden. Ohne Medikamente stelle er eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.

Mit Hilfe so genannter Depotspritzen mit Langzeitwirkung könnten die psychotischen Schübe aber gut behandelt werden. Von dem Mann ginge dann kein erhöhtes Risiko für Gewalttaten aus, so die Ärztin. Allerdings müsse er regelmäßig in eine Psychiatrieambulanz und am besten in eine betreute Wohneinrichtung.

Urteilsspruch vertagt

Der Urteilsspruch wurde auf den 10. Januar vertagt. "Wir brauchen noch etwas Zeit, um uns Handlungsspielraum zu erarbeiten", so der Vorsitzende Richter der Großen Strafkammer. Und das deutet darauf hin, dass der Angeklagte nicht dauerhaft in eine geschlossene Einrichtung muss.

Neun Verletzte durch die Pfeffersprayattacke

Der 41-Jährige hatte im Frühjahr dieses Jahres wahllos Passanten auf dem Deggendorfer Stadtplatz mit Pfefferspray besprüht. Neun Menschen wurden dabei verletzt, darunter auch ein Baby. Die meisten Opfer mussten in Kliniken behandelt werden. Die Pfefferspray-Attacke hatte einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften ausgelöst. Seit seiner Festnahme ist der Angeklagte in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik untergebracht.